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 Wissenswertes über Langeoog
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17.01.2010 19:28
#151 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Nächtlicher Krankentransport: Witterungsbedingungen erschweren Arbeit der Seenotretter

12:16


Neuharlingersiel. Nur mit Notarzt und drei Rettungssanitätern konnten die freiwilligen Seenotretter der Station Neuharlingersiel in der vergangenen Nacht (14./15. Januar 2010) einen Krankentransport von der Nordseeinsel Spiekeroog nach Neuharlingersiel durchführen.



Kurz vor Mitternacht hatte die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) Vormann Wolfgang Gruben alarmiert. Aufgrund einer akuten Erkrankung war der Transport eines Spiekeroogers ins Krankenhaus dringend erforderlich, witterungsbedingt war ein Hubschraubertransport nicht möglich.


Die Seenotretter warteten am Hafen Neuharlingersiel das Eintreffen von Rettungssanitätern und des Notarztes ab, der von der Polizei zum Hafen gebracht wurde. Aufgrund einer günstigen Winddrehung in den vergangenen Tagen sind der Neuharlingersieler Hafen und das Fahrwasser zurzeit frei von Treibeis, so dass das Seenotrettungsboot NEUHARLINGERSIEL ohne jede Behinderung auslaufen konnte.
Auf Spiekeroog konnte der Erkrankte in Begleitung seiner Ehefrau am Anlegeplatz des Seenotrettungsbootes vom Rettungstransportwagen übernommen werden.


Schnee und Glätte erschweren derzeit nicht unerheblich die Übergabe von Verletzten, vor allem bei Dunkelheit. „Wir haben starke Scheinwerfer auf dem Rettungsboot, dann geht es“, kommentierte Vormann Gruben die Situation, „und durch die Mithilfe der Sanitäter war es für uns möglich, den Mann sicher an Bord zu bringen.“


An Bord übernahmen Notarzt und Sanitäter die medizinische Betreuung des Erkrankten. Um 1.14 Uhr wurde der Mann in Neuharlingersiel an den Krankentransportwagen zur Weiterfahrt ins Krankenhaus übergeben.


In diesem Jahr war dies bereits der vierte Krankentransport von Spiekeroog nach Neuharlingersiel für die freiwilligen Seenotretter.


Insgesamt wurden im neuen Jahr von den 61 Seenotkreuzern und Seenotrettungsbooten der DGzRS von Inseln und Schiffen zum Festland bereits 32 Krankentransporte durchgeführt. Einsatzschwerpunkt waren dabei die ostfriesischen und nordfriesischen Inseln.


http://www.seenotretter.de


Auch im Winter ständig einsatzbereit: Das Seenotrettungsboot NEUHARLINGERSIEL (vorne rechts) im Hafen von Neuharlingersiel.

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25.01.2010 17:18
#152 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Nachbarschaftshilfe für die Wasserschutzpolizei

11:39


Mit Maschinenproblemen hat die Besatzung des Wasserschutzpolizeibootes „Sylt“ am Sonntagnachmittag (24. Januar 2010) die Seenotretter der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) um Unterstützung gebeten.


Die sechsköpfige Mannschaft meldete sich beim Seenotkreuzer VORMANN LEISS/Station Amrum. Das Polizeiboot lag zwischen den Fahrwassertonnen 23 und 25 manövrierunfähig in der Norderaue, dem Fahrwasser zwischen der Insel Föhr im Norden und der Hallig Langeneß im Süden, vor Anker.
Die Seenotretter nahmen unter der Leitung ihres Vormanns Jens Petersen von Wittdün aus Kurs auf den Havaristen. Treibendes Eis in der Norderaue bereitete ihnen dabei keinerlei Probleme, der Seenotkreuzer konnte ungehindert manövrieren. Mit der Wurfleine übernahmen die Wasserschutzpolizisten die schwere Schleppleine. Die Seenotretter schleppten das Streifenboot anschließend in den etwa fünf Seemeilen entfernten Hafen von Wyk auf Föhr.


http://www.seenotretter.de


Der Seenotkreuzer VORMANN LEISS/Station Amrum schleppt das manövrierunfähige Wasserschutzpolizeiboot „Sylt“ durchs Eis nach Föhr.

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01.02.2010 16:55
#153 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Wassereinbruch: Seenotretter eilen Fischkutter zur Hilfe

13:59


Mit leistungsstarken Lenzpumpen haben die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Freitag (29. Januar 2010) nahe der Ostseeinsel Fehmarn einen Fischkutter mit zwei Mann an Bord vor dem Sinken bewahrt.



Gegen 7.30 Uhr hatte die Besatzung der knapp 15 Meter langen „Inge Lore“ (Heimathafen Burgstaaken) etwa fünf Seemeilen (zirka neun Kilometer) südöstlich des Leuchtturms Staberhuk einen „Mayday“-Ruf abgesetzt und Wassereinbruch gemeldet. Die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS alarmierte den Seenotkreuzer JOHN T. ESSBERGER. Seine Besatzung hatte den Notruf bereits mitgehört und lief unverzüglich von der derzeitigen Position im Fährhafen Puttgarden mit äußerster Kraft zum Havaristen.
Durch eine vermutlich vom Eisgang eingedrückte Planke im Vorschiff waren die Besatzungsunterkünfte der „Inge Lore“ bis zum Niedergang voll Wasser gelaufen. Unterdessen gingen zwei in der Nähe befindliche andere Fischkutter bei ihr längsseits. Sie tauten an, damit die „Inge Lore“ nicht „auf Tiefe“ ging. Mit kleinen bordeigenen Lenzpumpen verhinderten sie vorerst weiteren Wassereinbruch, konnten den Havaristen jedoch nicht stabilisieren. Zur Sicherheit hatte die SEENOTLEITUNG BREMEN deshalb außerdem einen SAR-Hubschrauber der Marine aus Kiel angefordert, der über dem Unglücksort schwebte.
Der Seenotkreuzer übergab seine leistungsfähigere Lenzpumpe und übernahm die „Inge Lore“ zum seitlichen Schlepp an seine eigene Backbordseite. Das Einlaufen nach Burgstaaken gestaltete sich wegen einer nur schmalen eisfreien Rinne als sehr schwierig. Die Seenotretter stoppten zunächst auf Höhe der Ansteuerung und ließen sich zusätzliche Pumpen der Feuerwehr von einem weiteren Fischkutter bringen, damit der Havarist kurzzeitiges Schleppen hintereinander „in Reihe“ und ohne Pumpenunterstützung übersteht. Das Tochterboot ELSA des Seenotkreuzers geleitete die „Inge Lore“ schließlich, gezogen von einem Fischkutter, in den stark vereisten Hafen.
Heftige Schneefälle erschwerten immer wieder die Bergungsarbeiten. Der Wind wehte aus südwestlicher Richtung mit Stärke 3 bis 4.


http://www.seenotretter.de


Die Pumpen laufen: Der Seenotkreuzer JOHN T. ESSBERGER hat die „Inge Lore“ (M.) an seine Backbordseite genommen. Zunächst war dem leck geschlagenen Havaristen ein anderer Fischkutter (l.) zur Hilfe gekommen.

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02.02.2010 18:18
#154 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Seenotretter versorgen Halligbewohner im Eis

16:25

Aufatmen auf den Halligen Hooge und Gröde im nordfriesischen Wattenmeer: Weil seit Tagen das Versorgungsschiff „Rüm Hart“ nicht mehr durchs Eis zu den kleinen bewohnten Flecken durchdringen kann, haben am Dienstag (2. Februar) die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) die Versorgung übernommen.



Der Seenotkreuzer VORMANN LEISS/Station Amrum kämpfte sich gegen Mittag durch das Eis. An Bord hatte er frisches Brot, einige Grundnahrungsmittel und die Post. Vormann Jens Petersen brachte außerdem einige Halligbewohner, die sich angesichts der strengen Witterung um ihr Hab und Gut sorgten, nach Hause und auf dem Rückweg Urlauber, denen der strenge Frost den regulären Rückweg abgeschnitten hatte, zum Fähranleger in Wittdün auf Amrum. Hooges Bürgermeister Matthias Piepgras dankte den Seenotrettern für ihren außergewöhnlichen und nicht einfachen Einsatz.
Noch am Sonnabend hatte das Versorgungsschiff „Rüm Hart“ nur 100 Meter vor dem total vereisten Hooger Anleger umkehren müssen. Heute war der Hooger Hafen zwar eisfrei, dafür hatte der Wind das Eis ins Fahrwasser zwischen den Halligen gedrückt. „Unterwegs haben wir mit dickem und sehr hartem Eis gekämpft. Wir konnten teilweise nur sehr langsam fahren“, berichtete Vormann Petersen.


http://www.seenotretter.de


Sehnsüchtig erwartet werden die Seenotretter auf der Hallig Hooge. Die VORMANN LEISS bringt frisches Brot und wichtige Grundnahrungsmittel durchs Eis.

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04.02.2010 20:36
#155 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Ausgemustertes Tochterboot ERIKA auf dem Weg in die Karibik


10:24


Auf zu neuen Ufern: Das von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ausgemusterte Tochterboot ERIKA hat die Reise nach Saba angetreten. Auf dieser kleinsten bewohnten Insel der Niederländischen Antillen setzt die dortige, noch recht junge Seenotrettungsorganisation „Saba Sea Rescue“ das allwettertaugliche Schiff künftig an der oft stürmischen Südküste ein.



Ein Autokran der Firma Mennen & Wittrock hievte das ehemalige Tochterboot des Seenotkreuzers VORMANN LEISS am Donnerstag, 4. Februar 2010, auf dem Hof der DGzRS-Zentrale auf einen Tieflader des Weyher Yachtspediteurs Faltus & Buntje. Der Sattelzug bringt das Tochterboot nun auf dem Landweg in den Hamburger Hafen. Faltus & Buntje hat Erfahrung im Transport ausgemusterter DGzRS-Einheiten: Die Spezialfirma bugsierte bereits die PAUL DENKER an ihren letzten Liegeplatz im Hof des Bremer Focke-Museums und mehrere ausgemusterte Neun-Meter-Seenotrettungsboote der DGzRS gleichfalls nach Hamburg zur Verschiffung oder in Museen.

Die ERIKA ist nun als Deckslast des Frachters „Cap Pasado“ der Reederei Hapag-Lloyd, die auch die Transportkosten übernimmt, ins Karibische Meer unterwegs. Im März wird sie auf St. Martin (Niederländische Antillen) erwartet. Die letzten etwa 30 Seemeilen bis nach Saba wird die ERIKA auf eigenem Kiel zurücklegen.
Bei einer Tagung der International Maritime Rescue Federation (Internationaler Verbund der Seenotrettungsdienste) war Kapitän Udo Helge Fox, Leiter des Rettungsdienstes der DGzRS und Mitglied der Geschäftsführung, auf die Insel Saba aufmerksam worden. Das 1300-Einwohner-Eiland besteht aus einem Vulkankegel, ist etwa so groß wie Baltrum und bekannt für seine Tauchreviere.

Bereits im September vergangenen Jahres hatte die DGzRS in Bremen Mitglieder von „Saba Sea Rescue“ in die Bedienung der ERIKA eingewiesen. Sie nahmen an Ausbildungsseminaren teil und informierten sich umfangreich über Alarmierungsabläufe und die rettungsdienstliche Organisation der DGzRS. „Die Jungs sind hochmotiviert, technisch fit und stellen mit geringen Mitteln viel auf die Beine“, lobt Fox.

So brachten sie jüngst innerhalb kürzester Zeit ein ausgedientes niederländisches Festrumpfschlauchboot in besten Zustand und stellten es als erstes und besonders schnelles Einsatzmittel an Sabas Nordostküste in Dienst. Der dort gelegene Flughafen gilt als einer der am schwierigsten anzufliegenden der Welt.
Im kleinen Versorgungshafen an der Südwestküste der Insel nahe ihrer Hauptstadt The Bottom hingegen soll die unbegrenzt seetüchtige ERIKA zum Einsatz kommen. Von dort aus brechen die Taucherbasisschiffe mit Touristen auf.
Die VORMANN LEISS, bis Herbst 2008 auf Nordstrand und seither auf Amrum stationiert, ist seit der Ausmusterung des alten Seenotkreuzers EISWETTE mit dessen Tochterboot JAPSAND ausgerüstet.

Wertvolle Unterstützung für die Verschiffung der ERIKA erhielten die Seenotretter von der Spedition Neukirch, die die Formalitäten abwickelte, und vom Zoll, der das Tochterboot schnell und unbürokratisch abfertigte.


http://www.seenotretter.de


Die ERIKA hängt vor der DGzRS-Werfthalle am Haken eines Autokrans. Unten: Erinnerungsfoto mit dem Team der „Halle“ und Kapitän Udo Helge Fox (l.), Leiter des Rettungsdienstes der DGzRS.

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04.02.2010 21:01
#156 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Kutter droht zu kentern – Seenotretter befreien Fischer aus dem Eis


16:07


Schnell und professionell haben die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Watt zwischen den nordfriesischen Inseln Sylt und Rømø (Dänemark) am Mittwoch (3. Februar) einen Fischkutter vor dem Kentern bewahrt. Die drei Fischer an Bord hatten ihr Schiff in Gedanken bereits aufgegeben.



Östlich des Hafens von Havneby/Rømø hatte sich der niederländische Fischkutter „Onder Neming“ (Heimathafen Urk) bei schwerem Eisgang im flachen Watt festgefahren. Mit ihrem halbstarren Schlauchboot konnten die dänischen Seenotretter aus Havneby nichts ausrichten. Sie alarmierten die deutschen Kollegen, mit denen eine oft geübte reibungslose Zusammenarbeit besteht.

Der Seenotkreuzer MINDEN/Station List kämpfte sich durch das Eis zu dem knapp 20 Meter langen Fischkutter vor. Mathias Rönnau, diensthabender Vormann, erkannte gleich den Ernst der Lage: „Eine Eisscholle mit etwa 100 Metern Durchmesser hatte sich seitlich unter den Kutter geschoben und drohte, ihn zu kentern. Das Eis türmte sich bereits neben der Bordwand auf“, berichtet er. Schollen dieser Größe sind im nordfriesischen Wattenmeer derzeit keine Seltenheit.

Mit bereits einigen Grad Krängung lag die „Onder Neming“ im Watt, als der Seenotkreuzer bei ihr eintraf. Die MINDEN manövrierte sich vorsichtig in die Nähe des Havaristen. Die Rettungsmänner stellten mit der Wurfleine eine Leinenverbindung her. Sie mussten die ganze Kraft der fast 2000 PS starken Maschinen der MINDEN aufwenden, um den Kutter im Eis zu drehen und von der Untiefe herunterzuziehen.

Maschine und Ruderanlage des Havaristen hatten offenbar keinen Schaden genommen. Die Niederländer setzten ihre Fangreise fort – nicht ohne sich zuvor bei ihren Rettern herzlich zu bedanken. Als sich der Kutterkapitän über Funk verabschiedete, spürten die Seenotretter die große Erleichterung in seiner Stimme. Der Seemann hatte schon mit dem Totalverlust seines Schiffes gerechnet. Nicht zu Unrecht: „Die Situation war ziemlich gefährlich“, weiß Vormann Rönnau.


http://www.seenotretter.de


2000 PS geballte Kraft: Mit voller Maschinenleistung „ackert“ der Seenotkreuzer MINDEN im Eis vor Sylt, um den Fischkutter „Onder Neming“ zu befreien. (Foto: Jørgen Kølle)

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08.02.2010 17:22
#157 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Seenotretter im vergangenen Jahr über 2000 Mal im Einsatz auf Nord- und Ostsee – TV-Koch Tim Mälzer ist neuer „Bootschafter“

15:57


1095 Menschen haben die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Verlauf des Jahres 2009 aus Seenot gerettet und aus Gefahrensituationen befreit (2008: 1105). Die 61 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote in Nord- und Ostsee fuhren 2138 (2008: 2102) Einsätze.



TV-Koch Tim Mälzer hat zum Jahresbeginn sein Ehrenamt als „Bootschafter“ für die DGzRS angetreten: „Ich bin stolz, ‚Bootschafter‘ bei den Seenotrettern zu sein, weil die Seenotretter die Idee vom uneigennützigen Engagement für in Not geratene Menschen praktizieren, ohne nach dem ‚Warum?‘ zu fragen. Dieses Anliegen kann jeder fördern – ein paar ‚Groschen‘ ins Sammelschiffchen, oder besser noch: eine zuverlässige Fördermitgliedschaft mit einem Beitrag ganz nach seinen persönlichen Möglichkeiten.“ Tim Mälzer verkündete die Einsatzzahlen an Bord des größten Seenotkreuzers der DGzRS, der HERMANN MARWEDE, in Cuxhaven:

„Insgesamt wurden 36 Einsätze mehr gefahren; die Zahl der aus Seenot geretteten und aus Gefahr befreiten Personen ging um zehn zurück. In zahlreichen Fällen konnten die Seenotretter frühzeitig eingreifen und Schäden im Vorfeld begrenzen. Zum Vorjahr hat sich keine bemerkenswerte Veränderung ergeben.

In Nord- und Ostsee wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2009

• 123 Menschen aus Seenot gerettet und
• 972 Personen aus drohenden Gefahrensituationen befreit,
• 490 erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert,
• 65 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt,
• 941 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
• 502 Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.

Darüber hinaus ist die SEENOTLEITUNG BREMEN (Maritime Rescue Co-ordination Centre, MRCC Bremen) in 219 (206) Seenotfällen international im Interesse der deutschen Schifffahrt unterstützend oder initiativ tätig gewesen.
Einschließlich aller Such- und Rettungsaktionen sowie Kontrollfahrten haben allein die 20 Seenotkreuzer (die 41 Seenotrettungsboote nicht mitgerechnet) im vergangenen Jahr 73.955 (76.400) Seemeilen (ca. 137.000 Kilometer) in Nord- und Ostsee zurückgelegt, was fast dreieinhalb Erdumrundungen auf dem Äquator entspricht.“

Nach Beobachtungen der Seenotretter hat sich 2009 der Ablauf der Jahreszeiten verändert. April, Mai und Juni zogen längere Schönwetterperioden mit sich, während der Sommer bis in den September hinein mit herbstlichem Charakter wahrgenommen wurde. Kräftige und kurze Starkwind- und Sturmperioden wurden häufiger registriert. Das führte zwischen Mai und Oktober zu einem geringfügig erhöhten Einsatzaufkommen gerade für die Freizeitschifffahrt.

Seit ihrer Gründung am 29. Mai 1865 hat die DGzRS insgesamt 76.610 Menschen aus Seenot gerettet oder aus lebensbedrohender Gefahr befreit. Das entspricht etwa der Einwohnerzahl von Neumünster (Schleswig-Holstein), Gießen (Hessen) oder Frankfurt an der Oder (Brandenburg).

Gekentert, gesunken, gebrannt – vielfältige Ursachen für Rettungseinsätze

• Der erste Seenotrettungseinsatz 2009 galt einem Fischer im Schlei-Revier auf der Ostsee nahe Maasholm. Der 55-Jährige wurde am 24. Januar 2009 von der Besatzung des Seenotkreuzers NIS RANDERS/Station Maasholm aus der neun Grad kalten Ostsee geborgen. Sein acht Meter langer Kutter war leck geschlagen und in kürzester Zeit gesunken. Der Seemann konnte noch Notfackeln entzünden. Die Seenotretter sichteten die Notsignale bei einer Übungsfahrt und leiteten sofort die Rettung ein.
• Bei eisigem Westwind und grober See rettete die Besatzung des Seenotkreuzers THEO FISCHER/Station Barhöft am 22. Februar 2009 zwei polnische Seeleute, die mit ihrem Kutter bei Hiddensee gestrandet waren. Das Schiff musste aufgegeben werden.
• Zu einem mehrstündigen Feuerlöscheinsatz wurde der Seenotkreuzer BERLIN/Station Laboe am 12. Juni 2009 gerufen, nachdem auf dem Gelände eines Tanklagers an der Kieler Förde ein Großfeuer ausgebrochen war. Mehr als ein Dutzend Feuerwehren an Land wurden von den Seenotrettern nachhaltig unterstützt: Die Feuerlöschpumpen des Seenotkreuzers förderten pro Minute 36.000 Liter Wasser über eine Entfernung von 120 Metern in die Brandherde.
• Eine Strandwanderung am Westende der ostfriesischen Insel Juist am 1. Juli 2009 endete für zwei Frauen aus dem Landkreis Osnabrück an Bord des Seenotrettungsboots WOLTERA. Sie waren plötzlich vom auflaufenden Wasser eingeschlossen worden.
• „Ein Glück, dass ihr da seid…“ waren die ersten Worte der zwei Schiffbrüchigen, die am 16. Oktober 2009 um 08.30 Uhr von der Besatzung des Seenotkreuzers BREMEN vor Grömitz gerettet wurden. Sie waren von ihrer lichterloh brennenden Motoryacht in die neun Grad kalte Ostsee gesprungen und schwammen dort etwa 30 Minuten. Wegen des unsichtigen Wetters war es für die Seenotretter sehr schwer, die Männer zu finden: Die angegebene Position war nicht eindeutig. Nach eigenen Aussagen hätten die Männer nicht länger im Wasser treiben können: „Als wir die Seenotretter sahen, waren wir erleichtert“, sagten Björn Füllberg und André Sievert dankbar, nachdem sie vom Tochterboot des Seenotkreuzers aufgenommen worden waren.

Neuer Seenotkreuzer SK 32 in Planung für 2012

Der 1975 gebaute 44-Meter-Seenotkreuzer JOHN T. ESSBERGER wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 nach dann 37-jähriger Einsatzzeit von einem Neubau abgelöst. Den Auftrag zum Bau des ca. 36 Meter langen Schiffes erteilte die DGzRS im Oktober der Werft Fr. Fassmer in Berne/Motzen. Derzeit befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Die Kiellegung wird voraussichtlich Ende 2010 erfolgen.

Für den Bau eines dritten Seenotkreuzers der 20-Meter-Klasse haben die Seenotretter nach den guten Erfahrungen mit der EISWETTE und der EUGEN eine Option eingelöst. Die ersten Arbeiten sind zum Jahresbeginn aufgenommen worden.

Spendenergebnis stabil

Die eigentlichen Sammlungserlöse belaufen sich im Jahr 2009 auf ca. 18,2 Mio. Euro. und sind damit annähernd gleich zum Vorjahr (2008: 18,3 Mio. Euro). Ein endgültiges Gesamtergebnis wird erst nach Vorlage des Jahresabschlusses vorliegen.

Das Spendensiegel vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin ist der DGzRS auch für das Jahr 2010 verliehen worden. Zum wiederholten Male findet die Arbeit auf See und an Land damit Anerkennung.

61 Seenotrettungsboote und Seenotkreuzer werden in Nord- und Ostsee, zwischen Borkum und Ueckermünde, eingesetzt. 186 fest angestellte und rund 800 ehrenamtlich tätige Seenotretter sind auf 54 Stationen auf den Inseln und entlang der Küsten ständig einsatzbereit.


http://www.seenotretter.de


TV-Koch Tim Mälzer (l.) mit Vormann Jörg Rabe auf der Brücke des Seenotkreuzers HERMANN MARWEDE

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12.02.2010 15:51
#158 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Starker Eisgang: Seenotretter holen Arbeiter von Minsener Oog

13:03

Vier Wartungsarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Wilhelmshaven hat die Besatzung des Seenotkreuzers VORMANN STEFFENS der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Freitag (12. Februar) aus einer misslichen Lage auf Minsener Oog befreit. In guter Nachbarschaftshilfe holten die Seenotretter die Männer von der einsamen Düneninsel, weil deren eigenes Versorgungsschiff im Eis festgekommen war.


Anhaltender Ostwind hatte so viel Eis in den Versorgungshafen Harlesiel gedrückt, dass das WSA-Schiff nicht auslaufen konnte, um die Arbeiter turnusmäßig von Minsener Oog zu holen. Da auf längere Sicht die Lebensmittel auf der kleinen Insel knapp geworden wären, halfen die Seenotretter: Mit dem flachgehenden Tochterboot ADELE der VORMANN STEFFENS näherten sich die Rettungsmänner dem Buhnendamm am östlichen Ende der 1,5 Kilometer breiten Insel. Sie nahmen die vier Arbeiter an Bord und brachten sie in den eisfreien Hafen von Hooksiel.

Minsener Oog liegt etwa eine Seemeile (knapp zwei Kilometer) südöstlich von Wangerooge, voneinander getrennt durch die Blaue Balje. Seit 1976 dient ein Radarturm auf der Insel zur Sicherung des östlich davon verlaufenden Jadefahrwassers. Neben dem Turm befindet sich ein größerer Mannschaftsbereich in Form von Pfahlbauten für die WSA-Mitarbeiter. Die ganze Insel ist Naturschutzgebiet und gehört zur Ruhezone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer.

http://www.seenotretter.de

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22.02.2010 17:17
#159 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Seenotretter geben auf Messe „Boatfit“ Tipps für das richtige Verhalten im Seenotfall

14:15


Praktische Tipps aus erster Hand für das richtige Verhalten im Seenotfall geben die Seenotretter allen Wassersportlern Ende des Monats auf der maritimen Erlebnismesse „Boatfit“. In der Messehalle 4 auf der Bremer Bürgerweide berichten Mitarbeiter der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) vom 26. bis 28. Februar über ihre Einsatzerfahrungen auf See und an Land.



„Wir müssen möglichst schnell wissen, was draußen passiert ist. Deswegen kommt es darauf an, den Funk richtig und sicher zu bedienen – gerade in extremen Situationen“, sagt Dirk Hinners-Stommel, Leiter der SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC: Maritime Rescue Co-ordination Centre) der DGzRS. Dort laufen im Einsatzfall alle Fäden zusammen: von der Annahme des Notrufs über den Einsatz der Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote bis zur glücklichen Rettung.
Hinners-Stommel und Wachleiter Olaf Salzbrunn wollen auf der Bühne im Gespräch mit Sportboot- und Segellehrer Klaus Schlösser Hemmungen abbauen: „Grundsätzlich sollte man uns lieber zu früh als zu spät rufen“, rät Hinners-Stommel. Schon zu Beginn einer kritischen Situation, die sich vielleicht zum Notfall entwickelt, sei es hilfreich, wenn die SEENOTLEITUNG BREMEN am Funk „mit einem Ohr mithört“. Die Retter möchten Skippern auch die Angst vor Fehlalarmen nehmen: Sie bitten in diesem Fall um schnelle Klärung, dass die Crew wohlauf ist. „Je länger ein Bootsführer schweigt, desto mehr Aufwand für uns. Einen Alarm zu verifizieren, kann im tatsächlichen Notfall wertvolle Zeit kosten“, sagt Hinners-Stommel.
Auf jede Minute kommt es auch an, wenn ein Crewmitglied außenbords gefallen ist. Ulrich Fader, Vormann des Bremerhavener Seenotkreuzers HERMANN RUDOLF MEYER, rät – ebenfalls in Halle 4 – im Gespräch mit Kapitänleutnant a.D. Otto Stoehr: „Nicht lange selber rumdoktern, sondern uns rufen.“ Wichtiger noch ist ihm die Prävention, damit es erst gar nicht zum Mann-über-Bord-Manöver kommt. „Keine unerfahrenen Leute ans Ruder, keine Leichtsinnigkeiten wie Wasserlassen über Bord. Das ist schon oft schief gegangen.“
An ihrem Messestand in Halle 4 zeigen die Seenotretter ein Großmodell ihrer beiden jüngsten, 20 Meter langen Spezialschiffe im Maßstab 1:25. Beeindruckende Filmaufnahmen nehmen die Besucher mit an Bord zu einer Schwerwetterfahrt auf der Nordsee. Die Seenotretter haben ein arbeitsreiches Jahr 2009 hinter sich: Bei 2138 Einsätzen retteten sie 123 Menschen aus Seenot und befreiten 972 weitere aus gefährlichen Situationen. 76.610 Menschen verdanken ihnen seit Gründung der DGzRS im Jahr 1865 das Leben. Nach wie vor finanzieren die Seenotretter ihre gesamte Arbeit ausschließlich durch Spenden.


http://www.seenotretter.de


Vormann Ulrich Fader auf dem oberen Fahrstand des Bremerhavener Seenotkreuzers HERMANN RUDOLF MEYER

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29.03.2010 17:55
#160 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Seenotretter im Einsatz: Katamaran gekentert - fünf schiffbrüchige Segler gerettet
11:49

Die Probefahrt mit einem großen Katamaran am Sonntag, 28. März 2010, endete für fünf Freizeitsegler (40 bis 50 Jahre) an Bord des Seenotkreuzers NIS RANDERS der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger). Offenbar hatte eine kräftige Windböe den 14 Meter langen und acht Meter breiten Mehrrumpfsegler in der Ostsee vor Falshöft kentern lassen. Zur Unfallzeit herrschten frische Winde mit Böen bis zu sieben Beaufort (55 km/h Windgeschwindigkeit).


Beim Eintreffen der Seenotretter hatten sich die fünf Männer, die den Katamaran auf einer Probefahrt begutachten wollten, mit eigener Kraft auf die beiden Rümpfe gerettet, nachdem sie in die sieben Grad kalte Ostsee gestürzt waren. Der Skipper einer ebenfalls im Revier vor Falshöft laufenden Segelyacht hatte den Vorfall beobachtet und sofort über UKW-Funk ein „Mayday“ abgesetzt. Der Notruf wurde von der SEENOLEITUNG BREMEN aufgefangen und an die NIS RANDERS weitergeleitet, die sofort von der Station Maasholm zum etwa fünf Seemeilen entfernten Unfallort auslief. Das Tochterboot ONKEL WILLI nahm die Schiffbrüchigen auf und brachte sie zum Seenotkreuzer, wo sie mit wärmenden Getränken und trockener Kleidung versorgt wurden. Im Hafen von Maasholm warteten schon zwischenzeitlich verständigte Angehörige. Die Unfallstelle wurde mit einer Tonne gekennzeichnet. Im Lauf des Montags soll der Katamaran geborgen werden.


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09.04.2010 23:53
#161 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Seenotretter suchen vermissten Faltbootfahrer in der Ostsee
15:51


Eine großangelegte Suche in der Ostsee nach einem vermissten Faltbootfahrer läuft seit Freitagfrüh (09.04.10) vor der Küste von Fischland (Mecklenburg-Vorpommern). Beteiligt sind die Seenotkreuzer ARKONA und THEO FISCHER sowie das Seenotrettungsboot BARSCH (alle Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger/DGzRS). Sie werden unterstützt vom SAR-Hubschrauber der Deutschen Marine sowie einem Zollboot. Das Suchgebiet erstreckt sich von Fischland 25 Seemeilen (ca. 45 Kilometer) nach Nordwesten. Nördlich bildet der dänische Hafen Gedser den Eckpunkt, südlich Warnemünde.

Der 41 Jahre alte Berliner hatte sich am Dienstagabend von seiner Ehefrau verabschiedet und war nach Graal-Müritz gereist. Von hier aus wollte er zu einer Angeltour aufbrechen. Am Mittwochabend wurde noch ein Gespräch per Mobiltelefon geführt. Nachdem die Angehörigen seit diesem Zeitpunkt keinen Kontakt mehr hatten, fuhr ein Bruder des Vermissten am Freitag nach Graal-Müritz, wo er morgens den geparkten Pkw fand und Spuren, die den Transport des ca. zwei Meter langen Schlauchboots über den Strand zu Wasser belegten.

Das herrenlos treibende Faltboot wurde Freitagvormittag auf einer Position 25 Seemeilen (ca. 45 Kilometer) von der Besatzung des Patrouillenbootes „Neustrelitz“ der Bundespolizei gesichtet und aufgenommen. Seit Freitagfrüh herrscht eine leichte Brise um drei Beaufort (ca.19 km/h Windgeschwindigkeit).

Die Sucheinheiten werden zum Freitagabend auf ihre Stationen zurückkehren.


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22.04.2010 18:18
#162 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Fischkutter vor Rügen gesunken – Besatzung gerettet

14:02


Die Überführungsfahrt eines Fischkutters von Glowe (Insel Rügen) in eine Werft im Stadthafen Sassnitz endete am Mittwochabend, 21. April 2010, für die vier Besatzungsmitglieder an Bord des Seenotkreuzers WILHELM KAISEN der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger). Binnen weniger Minuten war der Kutter in Höhe Kollicker Ort gesunken.



Die vier Schiffbrüchigen wurden zunächst von dem Schlepper „Petersdorf“ aufgenommen. Er hatte den antriebslosen Kutter im Schleppanhang. Über die Unfallursache gibt es keine Erkenntnisse.
Kurz nach 18 Uhr erreichte ein Notruf von der „Petersdorf“ die Seenotretter in Sassnitz: „Wir haben einen Kutter im Schlepp. Der macht Wasser und sinkt! “ Vormann Andreas Schumacher und seine Besatzung liefen sofort aus und erreichten in kürzester Zeit den Unfallort. Von dem zwischenzeitlich auf zwölf Meter Tiefe gegangenen Kutter waren Wrackteile und Ausrüstungsgegenstände aufgeschwommen.
Die Besatzung hatte der Schlepper aufgenommen. Er übergab die Männer an die Seenotretter, die sie mit trockener Kleidung und warmen Getränken versorgten. Ein Besatzungsmitglied wurde im Bordhospital des Seenotkreuzers vorübergehend mit Sauerstoff behandelt. Die Unfallstelle bei Kollicker Ort wurde gesichert.
Nach Rückkehr in den Hafen von Sassnitz gegen 20 Uhr gingen die Geretteten an Land und fuhren in ihren dort abgestellten Privatfahrzeugen nach Hause.


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Seenotkreuzer WILHELM KAISEN im Einsatz vor Rügens Ostküste.

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24.04.2010 01:30
#163 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Nachteinsatz in der Flensburger Außenförde: Seenotretter bergen Mann von brennender Segelyacht

10:06


Die freiwilligen Seenotretter der Stationen Gelting und Langballigau haben in der Nacht (vom 22. auf den 23. April 2010) in der Flensburger Förde einen Mann von seiner brennenden Segelyacht geborgen. Er kam mit einer schweren Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Die Segelyacht wurde vom Seenotrettungsboot WERNER KUNTZE nach Langballigau eingeschleppt.



Kurz nach Mitternacht informierte die dänische Seenotleitung MRCC Aarhus die SEENOTLEITUNG BREMEN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), dass eine vermutlich auf dem Weg von Flensburg ins dänische Sonderburg befindliche Segelyacht Feuer an Bord gemeldet habe. Eine genaue Position vermochte der Schiffsführer nicht anzugeben.

Die SEENOTLEITUNG alarmierte die freiwilligen Seenotretter aus Gelting und Langballigau, die sofort in die Flensburger Förde ausliefen. Eine Kommunikation mit dem brennenden Schiff war nicht mehr möglich – jedoch schoss der Skipper rote Raketen ab, so dass die Seenotretter den etwa vier bis fünf Seemeilen entfernten Einsatzort anlaufen konnten.

Als das Seenotrettungsboot JENS FÜERSCHIPP aus Gelting bei der etwa 12 Meter langen Segelyacht eintraf und längsseits ging, war in der Dunkelheit starke Rauchentwicklung aus dem Innenraum auszumachen. Der Skipper aus Skandinavien, der allein an Bord war, war kaum noch ansprechbar und nicht mehr in der Lage, selbstständig auf das Seenotrettungsboot überzusteigen. Die Seenotretter brachten ihn auf die JENS FÜERSCHIPP und begannen sofort mit der medizinischen Erstversorgung. Unter Höchstgeschwindigkeit liefen sie nach Sonderburg / Dänemark, wo bereits ein Rettungstransportwagen wartete.

Kurz nach der JENS FÜERSCHIPP traf auch das Seenotrettungsboot WERNER KUNTZE aus Langballigau bei der jetzt herrenlos in der Nacht treibenden Segelyacht ein. Die Retter stellten eine Leinenverbindung zur brennenden Segelyacht her und schleppten das Schiff nach Langballigau, wo es der Freiwilligen Feuerwehr Langballig gelang, die Yacht zu löschen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten in der Flensburger Förde Winde mit vier, später abnehmend zwei Beaufort bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Gerade vorgestern war Vormann August Wilhelm Philippsen von Langballigau durch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht worden. Er war beim Einsatz mit Axel Willi Bohn (Schiffsführer), Oliver Bohn, Leif Rohwer und Georg Diederichsen an Bord. Den Einsatz auf der JENS FÜERSCHIPP fuhren Vormann Thilo Heinze mit Timm Paulsen, Frank Paulsen und Johnny Erichsen.


http://www.seenotretter.de


Die Seenotretter der Station Langballigau stellten in der Nacht eine Leinenverbindung zu der brennenden Segelyacht her. Auf dem Havaristen: Leif Rohwer (li.), Oliver Bohn (re.), vorne auf dem Seenotrettungsboot WERNER KUNTZE: Georg Diederichsen (li.) und Vormann August Wilhelm Philippsen (re.).

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27.04.2010 16:36
#164 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Kapitän beim Krabbenfang auf der Nordsee schwer verletzt – Seenotretter bei widrigem Wetter im Einsatz

11:09


Unter widrigen Seegangs- und Witterungsbedingungen hat die Besatzung des Seenotkreuzers HANS HACKMACK der DGzRS 20 Seemeilen (ca. 37 Kilometer) westlich Büsum auf der Nordsee am Montagabend, 26. April 2010, den schwerverletzten Kapitän von seinem Kutter abgeborgen und in den Hafen von Büsum gebracht. Der Mann (34) war beim Aufholen der Netze von dem Gestänge einer Winde getroffen worden und zusammengebrochen.



Der Notruf erreichte die Seenotretter gegen 17.30 Uhr. Vormann Jörg Lüdtke vom Seenotkreuzer HANS HACKMACK und seine Besatzung machten sich umgehend auf den Weg. Vor Ort gelang es, trotz zwei Metern Seegang und westlichen Winden um fünf Beaufort (35 km/h Geschwindigkeit) mit dem Tochterboot EMMI längsseits des Kutters „Nordsteer“ zu gehen. Der Mann wurde auf See übernommen und im Bordhospital des Seenotkreuzers von einem Rettungssanitäter erstversorgt.

Vormann Lüdtke: „Wir mussten angesichts der sehr kurzen und steilen See mehrere Anläufe fahren, um sicher bei dem Fischkutter längsseits zu gehen. Im richtigen Moment erfolgte die Übernahme des Verletzten.“
In Büsum, wo die Seenotretter gegen 20.15 Uhr eintrafen, wartete schon der Landrettungsdienst, der den Schwerverletzten zur ärztlichen Behandlung ins Krankenhaus nach Heide transportierte.
Der aus Lübeck stammende Kapitän Heiko W. war mit der „Nordsteer“ aus Greetsiel auf Krabbenfang vor der Küste Nordfrieslands unterwegs. Der Steuermann und ein Bootsjunge fuhren den Kutter zurück nach Büsum.


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Der Seenotkreuzer HANS HACKMACK im Einsatz vor der schleswig-holsteinischen Westküste.

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19.05.2010 17:17
#165 RE: Aus der Arbeit der Seenotretter antworten

Seenotkreuzer JOHN T. ESSBERGER erhält letzten Liegeplatz im „Technik Museum“ Speyer

09:43


Der Seenotkreuzer JOHN T. ESSBERGER, eines der drei größten Schiffe der DGzRS, bleibt nach seiner Außerdienststellung als technisches Denkmal erhalten. Die Seenotretter übereignen das vor der Ostseeinsel Fehmarn stationierte Schiff dem „Technik Museum“ Speyer. Den entsprechenden Vertrag haben beide Seiten am Mittwoch, 19. Mai 2010, in Lübeck-Travemünde an Bord des Seenotkreuzers unterzeichnet.



Die DGzRS wird die 1975 in Dienst gestellte und im Jahr 2000 generalüberholte 44 Meter lange JOHN T. ESSBERGER nach voraussichtlich 37-jähriger Einsatzzeit durch einen Neubau ersetzen. Den Bauauftrag dazu hat sie im Oktober vorigen Jahres der Werft Fr. Fassmer in Berne/Motzen an der Unterweser erteilt. Es ist vorgesehen, die JOHN T. ESSBERGER dem „Technik Museum“ Speyer spätestens im Frühjahr/Sommer 2012 zu übereignen. Das Museum übernimmt das Schiff mit allen Rechten und Pflichten. Der Seenotkreuzer soll auf eigenem Kiel rheinaufwärts bis zum Rheinhafen Speyer fahren.
Im „Technik Museum“ Speyer wird der Seenotkreuzer ein herausragendes Exponat der Schifffahrtsabteilung werden. Geplant sind unter anderem Sonderausstellungen in den Räumlichkeiten des Schiffes, die die umfangreichen Aufgabenbereiche und Einsatzgebiete der DGzRS einer breiten Öffentlichkeit näherbringen.
Die JOHN T. ESSBERGER wurde 1975 als erstes Schiff der großen 44-Meter-Klasse der DGzRS bei der Schweers-Werft in Bardenfleth an der Unterweser gebaut. Ihre drei Maschinen leisten zusammen 7200 PS und beschleunigen sie auf 26 Knoten (ca. 48 km/h) Geschwindigkeit. Wie alle Seenotkreuzer der DGzRS ist die JOHN T. ESSBERGER als kentersichere und selbstaufrichtende Schweißkonstruktion vollständig aus seewasserbeständigem Leichtmetall im bewährten Netzspantensystem gebaut, das dem Schiffskörper besonders hohe Festigkeit etwa bei Grundberührungen verleiht.
Der Seenotkreuzer verfügt über ein Tochterboot, ein Bordhospital, eine leistungsstarke Feuerlösch- und Fremdlenzanlage, ein Hubschrauber-Arbeitsdeck, ein zusätzliches schnelles Festrumpfschlauchboot sowie umfangreiche Kommunikations-, Navigations- und rettungsdienstliche Einrichtungen. Bei einem eventuell anfallenden Großschadensfall auf See können die Seenotkreuzer dieser Größe über 300 Schiffbrüchige unter Deck aufnehmen.
Stationiert ist die JOHN T. ESSBERGER seit ihrer Indienststellung auf der Seeposition Fehmarn in der westlichen Ostsee. Zur Stammbesatzung zählen 13 Rettungsmänner, wovon jeweils sechs auf „Wache“ sind. Das Schiff wurde auf den Namen des Hamburger Reeders und Förderer der DGzRS John T. Essberger (1886-1959) getauft.
Das „Technik Museum“ Speyer zeigt auf über 25.000 Quadratmetern Hallenfläche und 150.000 Quadratmetern Freigelände über 3000 Ausstellungsstücke, darunter ein russisches „Buran“-Spaceshuttle, eine begehbare Boeing 747 der Lufthansa und ein ebenfalls voll begehbares U-Boot der Deutschen Marine. Zahlreiche Oldtimer und Lokomotiven ergänzen eine große Ausstellung historischer Feuerwehrfahrzeuge. Eine weitere Schau zeigt wertvolle und seltene Spielorgeln und Musikinstrumente.

http://www.seenotretter.de

Der Seenotkreuzer JOHN T. ESSBERGER mit Tochterboot ELSA im Einsatz (l.).


Unterzeichnung des Vertrages durch Museumsleiter Hermann Layher (r.) und Christel Vinnen, Mitglied des Vorstandes der DGzRS.

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