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 Wissenswertes über Langeoog
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13.09.2017 17:27
#676 Tierisches Interesse an den Seenotrettern antworten

12.09.2017
Tierisches Interesse an den Seenotrettern

Augsburger Wasserrettungshunde zu Besuch bei der DGzRS an der Ostsee

Im vergangenen Jahr haben die Seenotretter den abtreibenden Berner Sennenhund „Rocky“ aus der Nordsee gerettet. Jetzt war „Buddy“ aus derselben Rasse an der Ostsee zu Besuch an Bord – allerdings als „Retter“. Die Wasserwacht Augsburg hat „Buddy“ zum Wasserrettungshund ausbilden lassen. Auf der Ausbildungsstation der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Neustadt i. H. nutzten Seenotretter und Wasserretter die Gelegenheit, sich gegenseitig zu beschnuppern.

„Buddy“ hat gemeinsam mit seinem Herrchen, dem Rettungsschwimmer Marco Greiner von der Wasserwacht Augsburg des Bayerischen Roten Kreuzes, bei der Squadra Italiana Cani Salvataggio (SICS) trainiert. Die italienische Schule für Wasserrettungshunde hat in den vergangenen rund 30 Jahren mehrere hundert Tiere ausgebildet, die im Laufe der Zeit gut 100 Menschen vor dem Ertrinken gerettet haben.

„Seenotretter hingegen sind keine Rettungsschwimmer. Wir verlassen unsere Schiffe in der Regel nicht. Auf See erfolgt die Rettung von Bord eines Schiffes aus oder durch einen Hubschrauber. Aber es ist interessant zu sehen, wie andere Organisationen in anderen Einsatzgebieten zum Beispiel an Badestellen und an Seen arbeiten“, sagt Wolfgang Behnk, Vormann der Ausbildungsstation Neustadt i. H. der DGzRS.


Greiner und „Buddy“ geben das Erlernte an weitere Rettungsschwimmer mit Hunden in Augsburg weiter. Einige von ihnen waren gemeinsam mit italienischen Kollegen vom 8. bis 10. September 2017 zum Informationsbesuch bei den Seenotrettern an der Ostsee zu Gast. Dabei erfuhren sie viel über die besonderen Einsatzanforderungen und -bedingungen im Seenotrettungsdienst.

Die Augsburger Hunde sind allesamt Familienhunde. Gemeinsam mit je einem Rettungsschwimmer bilden sie Einsatzteams. Beim regulären Wachdienst an Flüssen und Seen, bei der Absicherung von Veranstaltungen in Wassernähe und bei der Eisrettung sollen die Hunde Rettungsschwimmer unterstützen. Im Gegensatz zu Italien gibt es in Deutschland nur wenige Wasserrettungsgruppen, die über entsprechend ausgebildete Tiere verfügen.

Über die Seenotretter

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 54 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Jahr für Jahr fahren die Seenotretter mehr als 2.000 Einsätze, koordiniert von der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre). Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen mehr als 84.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident.

Über die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes

In der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes sind rund 60.000 Aktive organisiert. 526 Ortsgruppen betreuen mehr als 600 Wasserrettungsstationen, 256 Schnelleinsatzgruppen und fünf Wasserrettungszüge für den Katastrophenfall. Hauptaufgabe ist die Bekämpfung und Prävention des Ertrinkungstodes. Die Kreiswasserwacht Augsburg-Stadt unterhält fünf Ortsgruppen und betreut acht Wasserrettungsstationen, vier mobile Schnelleinsatzgruppen und zwei Komponenten der Hochwasserrettung.

Über die Squadra Italiana Cani Salvataggio

Die Squadra Italiana Cani Salvataggio (SICS) ist Teil des zivilen Bevölkerungsschutzes in Italien. Aktuell sind etwa 350 geprüfte Einsatzteams aus Hund und Wasserretter an den Badestränden der Küsten und der großen italienischen Seen im Einsatz.

https://www.seenotretter.de/presse/ansic...-seenotrettern/


Quelle und Fotos: www.seenotretter.de


Rettungsschwimmer Marco Greiner von der Wasserwacht Augsburg des Bayerischen Roten Kreuzes (ganz links) und sein Wasserrettungshund Buddy mit Kollegen und Mitgliedern der italienischen Schule für Wasserrettungshunde sowie Seenotrettern

„Testsprung“: Wasserrettungshund Buddy beim Sprung in die Ostsee (Wasserwacht Augsburg)

Angefügte Bilder:
csm_2017-09-12--1Wasserrettungs_f093081d91.jpg   csm_2017-09-12--2Wasserrettungs_3f28079b90.jpg  
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18.09.2017 18:28
#677 Spendenkonto antworten

Bankverbindung:

Spendenkonto: Sparkasse Bremen IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16 BIC: SBREDE22

Jede Spende zählt, auch wenn sie noch so klein ist.


www.seenotretter.de

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23.09.2017 03:00
#678 170 Jahre Seenotrettung auf dem Fischland antworten

22.09.2017
170 Jahre Seenotrettung auf dem Fischland

Auf dem Fischland in Mecklenburg-Vorpommern hat Seenotrettung besonders große Tradition. In diesem Jahr blicken die Seenotretter aus Wustrow auf die 170-jährige Geschichte ihrer Station zurück. Die Menschen gerade in dieser Region haben sich stets zu den Freiwilligen-Besatzungen bekannt und ihre spendenfinanzierte Arbeit nach Kräften unterstützt. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) bedankt sich für diese Unterstützung mit einem Aktionstag am 1. Oktober 2017.

Im Sommer 1847, rund 18 Jahre vor Gründung der DGzRS 1865, finanzierte Großherzog Friedrich Franz II. Bau und Ausrüstung der ersten Seenotrettungsstation im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Am 1. Oktober 1847 war die Station unter der Leitung des Direktors der Wustrower Navigationsschule Ernst Friedrich Schütz einsatzklar. Viele an der Seefahrtsschule lehrende Kapitäne waren im Lauf der Jahrzehnte Vor- und Rettungsleute der Station.

Zur Ausrüstung der ersten Stunde gehörten ein Ruderrettungsboot mit Wagen und Leinenmörser zur Hilfeleistung von Land aus bei Havarien in Küstennähe. Bei der Strandung des preußischen Schoners „Ceres“ am 24. März 1852 gelang damit die Rettung aller sieben Besatzungsmitglieder.

1866, ein Jahr nach ihrer Gründung, stationierte die DGzRS in Wustrow einen modernen Raketenapparat und ein neues Ruderrettungsboot, das nach einem ihrer Gründerväter DR. EMMINGHAUS benannt wurde. Die großherzogliche Station ging in der DGzRS-Station auf.

Seit 110 Jahren in Betrieb

Regelmäßig modernisierten die Seenotretter die Wustrower Rettungstechnik. Mehrfach erhielt die Station ein neues Boot und – wegen Sturmflutschäden – ein neues Gebäude. Der heutige, vierte Rettungsschuppen von 1907 an der Strandstraße, errichtet in massiver Backsteinbauweise, ist seit 110 Jahren in Betrieb. Mit seinen beiden dunkelgrünen Doppeltoren ist er ein typischer Vertreter damaliger serienmäßiger DGzRS-Architektur.

Mit der Teilung Deutschlands musste die DGzRS ihre Arbeit östlich von Travemünde einstellen. Die DDR organisierte den Seenotrettungsdienst staatlich. In Wustrow war noch bis 1963 ein Ruderrettungsboot im Einsatz. Ein Schwimmwagen aus Armeebeständen bewährte sich anschließend nicht. Ab 1979 folgten Schlauchboote und geländegängige Lkw als Zugfahrzeuge.

1990 kehrte die DGzRS nach Mecklenburg-Vorpommern zurück. 1993 modernisierte sie die Station Wustrow. Im historischen Rettungsschuppen, wo einst das Ruderrettungsboot auf seinem Ablaufwagen sowie Leinen- und Raketenwagen standen, ist heute das Seenotrettungsboot BARSCH auf Spezialtrailer stationiert.

Ein „watfähiger“ Unimog zieht es zur offenen Ostsee oder zu den rückwärtigen Boddengewässern. Die gesamte Rettungseinheit fährt weit ins Wasser, bis das Boot aufschwimmt. Heute sind auf der Station Wustrow 19 freiwillige Seenotretter unter der Leitung von Vormann Karl-Heinz Priebe jährlich zehn bis 20 Mal im Einsatz.

Von der Gründerzeit kündet in Wustrow neben dem historischen Rettungsschuppen seit dem Jahr 2000 das Ruderrettungsboot UNSER EILAND, früher stationiert im benachbarten Zingst. Der Maritime und Heimatverein kümmerte sich um die Restaurierung des Bootes samt Ablaufwagen.

Veranstaltungshinweis

170 Jahre Seenotrettungsstation Wustrow, 1. Oktober 2017, DGzRS-Station an der Strandstraße/Ecke An der Seenotstation, ab 11 Uhr Open Ship auf dem Seenotrettungsboot BARSCH vor der Station, Ausstellung historischer Rettungsgeräte, Filmvorführungen, Sonderbordstempel zum 170. Jahrestag der Gründung, Kuchenbasar, Rettungsdemonstration auf der Ostsee an der Seebrücke (wetterabhängig), 16 Uhr Vortrag über die Arbeit der Seenotretter

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...-dem-fischland/


Quelle und Fotos: www.seenotretter.de


Heute ist das Seenotrettungsboot BARSCH in Wustrow stationiert.

Die BARSCH lagert auf einem Spezialtrailer. Mit einem Unimog als Zugmaschine wird es entweder zur offenen Ostsee oder zu den rückwärtigen Boddengewässern transportiert.

Angefügte Bilder:
csm_2017-09-22--Seenotrettungsbot-BARSCH-_2__d71e0787fe.jpg   2017-09-22--Seenotrettungsbot-BARSCH.jpg  
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25.09.2017 20:02
#679 Seenotretter aus acht Ländern zu Gast bei der DGzRS antworten

25.09.2017
Seenotretter aus acht Ländern zu Gast bei der DGzRS

Seenotrettung kennt keine Grenzen: Ein internationales Austauschprogramm der Seenotretter findet derzeit in verschiedenen Ländern Europas statt. Ziel ist es, durch Erfahrungsaustausch und Training die Leistungsfähigkeit der Seenotrettungsdienste weiter zu verbessern. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat für eine Woche (23. bis 30. September 2017) acht Seenotretter zu Gast, während deutsche Seenotretter zum Training in sieben europäische Länder gereist sind. Initiiert wurde das Crew-Exchange-Programm 2012 von der International Maritime Rescue Federation (IMRF), dem internationalen Zusammenschluss der Seenotrettungsdienste. Aufgrund der sehr positiven Erfahrungen findet es seitdem jährlich statt.

Seenot kann nicht nur jeden deutschen Seemann auf den Weltmeeren und jedes Schiff treffen, das einen deutschen Hafen anläuft, sondern auch Passagiere von Fähren und Kreuzfahrtschiffen. Sie profitieren weltweit ebenfalls von der reibungslosen internationalen Zusammenarbeit der Seenotrettungsdienste. Allein 2016 war die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS neben den mehr als 2.000 Einsätzen im deutschen Einsatzgebiet 231 Mal bei Seenotfällen international im Interesse der deutschen Schifffahrt unterstützend oder initiativ tätig.

Sieben Seenotretter der DGzRS sind derzeit in Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark, England, Island und Portugal im einwöchigen Training, während acht ausländische Seenotretter gemeinsam Rettungsübungen auf verschiedenen DGzRS-Stationen absolvieren.

Nach der DGzRS-Station in Cuxhaven besuchten die Teilnehmer aus Kanada, Irland, Griechenland, Norwegen, Frankreich, Schweden, England und Estland am Montag, 25. September 2016, die Zentrale der DGzRS in Bremen. Dort begrüßte DGzRS-Geschäftsführer und Leiter des Rettungsdienstes Kapitän Udo Helge Fox die Gäste.

In der Zentrale stand unter anderem ein intensiver Austausch mit den Wachleitern der SEENOTLEITUNG BREMEN auf dem Programm. Außerdem werden die Seenotretter innerhalb dieser Woche verschiedene Übungen in der DGzRS-Ausbildungsstation in Neustadt in Holstein absolvieren. Dazu gehören Brandabwehr, Leckabwehr und medizinische Evakuierung. Auf der DGzRS-Station Laboe trainieren die Teilnehmer die Suche nach Schiffbrüchigen und die Zusammenarbeit mit einem SAR-Hubschrauber der Deutschen Marine.

Die Trainingswoche wird von der Europäischen Union gefördert. Die IMRF hat konsultativen Status bei den Vereinten Nationen.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...ei-der-dgzrs-1/


Quelle: www.seenotretter.de


Internationaler Besuch auf der ANNELIESE KRAMER: Seenotretter aus acht Nationen sind beim Crew-Exchange-Progamm bei der DGzRS zu Gast. Foto: DGzRS/Horst Saade

Angefügte Bilder:
csm_2017-09-25-Internationaler-Austausch_ed6dd8ba1a.jpg  
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28.09.2017 21:00
#680 Farbe stimmt, Fender dran antworten

28.09.2017
Farbe stimmt, Fender dran

Bei einem flüchtigen Blick auf das neue Seenotrettungsboot für die Freiwilligen-Station Wangerooge könnte man meinen, dass es schon in einigen Tagen ins Wasser kann, um Menschenleben zu retten: Farbe stimmt, Fender dran. Doch beim genaueren Hinsehen wird schnell klar: Die Schiffbauer der Fassmer-Werft müssen bis dahin noch einiges erledigen. (Fotos: Martin Stöver)

Das neue Seenotrettungsboot SRB 68 ist eines von derzeit insgesamt zehn beauftragten Neubauten des gleichen Typs, die bis 2020 ihren Dienst aufnehmen werden. Sie entstehen auf den Werften Fr. Fassmer in Berne und Tamsen Maritim in Rostock. Im Zuge der turnusgemäßen Modernisierung der Rettungsflotte werden sie ältere Einheiten ersetzen. Es handelt sich um modifizierte Nachbauten der bewährten 9,5-/10,1-Meter-Klasse der DGzRS. SRB 68 wird auf der Freiwilligen-Stationen Wangerooge zum Einsatz kommen.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...mt-fender-dran/


Quelle: www.seenotretter.de


Am markanten Äußeren schon leicht zu erkennen – das Seenotrettungsboot mit der internen Bezeichnung SRB 68.

Angefügte Bilder:
WTB-SRB68-04-01.jpg  
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30.09.2017 01:11
#681 Einmal Farbe, bitte! antworten

29.09.2017
Einmal Farbe, bitte!

Während das neue Seenotrettungsboot für die Freiwilligen-Station Damp bereits in den typischen DGzRS-Farben leuchtet, glänzt beim Schwesterboot mit der internen Bezeichnung SRB 70 noch das nackte Aluminium. In den nächsten Tagen bereiten es die Werftarbeiter für das Lackieren vor. (Fotos: Tamsen Maritim)

Die zwei neuen Seenotrettungsboote mit den internen Bezeichnungen SRB 69 und SRB 70 für Freiwilligen-Stationen entstehen bei Tamsen Maritim in Rostock. Das Seenotrettungsboot SRB 69 soll auf der Freiwilligen-Station Damp eingesetzt werden. Die Taufe findet am 8. November 2017 in Warnemünde statt. Taufpatin ist Seenotretter-„Bootschafterin“ Heike Götz. SRB 70 soll Anfang 2018 abgeliefert werden. Beide Einheiten sind modifizierte Nachbauten der bewährten 9,5-/10,1-Meter-Klasse. Im Rahmen der ständigen Modernisierung ersetzen sie Vorgänger, die mehr als 25 Jahre im Einsatz waren.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...al-farbe-bitte/


Quelle: www.seenotretter.de


Fast fertig: Am 8. November tauft die Seenotretter-„Bootschafterin“ Heike Götz das neue Seenotrettungsboot für die Station Damp.

Angefügte Bilder:
WTB-SRB69_70-05-01.JPG  
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16.10.2017 23:45
#682 Mit Geo- und Kursdreieck antworten

16.10.2017
Mit Geo- und Kursdreieck

Matthias Claussen liebt den Deich, das Meer und die Seefahrt. Kein Wunder – sein Vater war Fischer. Bereits als kleiner Junge im schleswig-holsteinischen Büsum begleitete er seinen Vater auf Fangfahrten. Offenbar hat Matthias Claussen damals mehr die Fische im Netz gezählt, als auf den Kurs zu achten.

Anstatt Seemann ist er Lehrer geworden. Er unterrichtet Mathematik, Physik und Wirtschaft/Politik an einer Grund- und Gemeinschaftsschule. Dennoch geht er mit dem Kursdreieck mindestens ebenso geübt um wie mit dem Geodreieck. „Die See ist mir nie aus dem Kopf gegangen“, sagt der 37-Jährige
heute. Er hat seine Erfüllung gefunden: als freiwilliger Seenotretter auf der Station Eiderdamm in Schleswig-Holstein.

Im Vorhafen – direkt am Eidersperrwerk – liegt einsatzbereit das Seennotrettungsboot PAUL NEISSE. Gemeinsam mit Vormann Rainer Wallhof und neun Kollegen hat Matthias Claussen das Meer vor der Haustür stets im Blick. „Wenn sich wettermäßig was zusammenbraut, dann geht man abends schon mit dem Telefon ins Bett und wartet auf einen Anruf“, sagt er.

Bei Wind und Wetter ins Boot zu steigen und rauszufahren, das sei überhaupt keine Frage. „Wir hier an der Küste haben den Menschen draußen auf See immer schon geholfen, wenn jemand in Not war. Dass ich jetzt als Freiwilliger bei der DGzRS meinen Teil dazu beitragen kann, ist für mich nicht nur selbstverständlich, sondern auch eine Ehre“, sagt Matthias Claussen. Mit ein Grund, warum er neben der Station Eiderdamm auch noch als Freiwilliger im benachbarten Büsum im Einsatz ist.

Kurs: Menschenleben retten

Der Familienvater lebt rund sechs Kilometer vom Einsatzhafen Eiderdamm entfernt. Kommt ein Notruf, ist er in Windeseile am Hafen. Wenn das 10,1-Meter-Seenotrettungsboot PAUL NEISSE ausläuft, sind Konzentration und Anspannung an Bord groß. „Immerhin geht es im Maximalfall darum, Menschenleben zu retten“, sagt Matthias Claussen.

Und sein eigenes Wohl beim Einsatz auf See? Die Familie nimmt es gelassen. „Meine Frau Sina unterstützt mich da voll. Ich bin jetzt seit vier Jahren bei den Seenotrettern, und sie trägt tapfer alles mit.“ Dazu gehören die regelmäßigen Treffen mit der Mannschaft an Bord, die Kontrollfahrten, die Übungen, aber eben auch die Einsätze im Notfall.

Matthias Claussen ist als Mann an Deck für vieles verantwortlich: vom Sichern eines Bootes per Leine, über das Fahren des Bootes bis hin zur medizinischen Erstversorgung Geretteter. Dafür hat er bei der DGzRS einen speziellen Kurs als Rettungshelfer gemacht. Enthalten waren darin auch 40 praktische Stunden als Hospitant in einem Rettungswagen.

Bis zur Hüfte im Wasser

„Ich bin wirklich froh, dass ich diese gute Ausbildung und damit auch Sicherheit habe“, sagt der freiwillige Seenotretter. Er erinnert sich an eine Situation im Herbst 2014, als das Boot zweier Krabbenfischer auf der Binneneider gekentert war. „Die standen bis zur Hüfte auf dem schwimmenden Wrack im Wasser, waren komplett unterkühlt und hatten einen Schock. Einer hatte sich Verbrennungen am Kessel für das Krabbenkochen zugezogen“, erzählt Matthias Claussen. Die routinierte Bergung und Versorgung durch die Mannschaft der PAUL NEISSE hat beiden Männern das Leben gerettet.

Was sich Matthias Claussen wünscht, ist mehr Selbstfürsorge und Aufmerksamkeit der Menschen auf dem Wasser. Sein extremstes Beispiel: der junge Sportbootführer, der bei aufziehendem Sturm nach Cuxhaven wollte. Er hatte sich weder den Wetterbericht angesehen, noch ein Funkgerät an Bord. Sein Notruf kam per Handy – nur gut eine Meile, bevor er auf der offenen See gar keinen Empfang mehr gehabt hätte. „Dass man sich auf See nicht selber gefährden soll, bringen wir ja selbst schon unseren Kindern bei“, sagt Matthias Claussen.

Dass er sich bei den Seenotrettern engagiert, sorgt bei Freunden und in der Familie für Anerkennung und Aufmerksamkeit. „So eine Hose will ich auch“, hört er oft genug, wenn er sich zu Hause für den Dienst bei der DGzRS umzieht.

„Dann brauche ich mich gar nicht erst umdrehen“, sagt Matthias Claussen und lacht. Warum auch? Er weiß genau, wer hinter ihm steht: sein sechsjähriger Sohn Nils, bekennender DGzRS-Fan, Nachwuchs-Seenotretter und angehender Seefahrer in der Familie Claussen in dritter Generation.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...nd-kursdreieck/


Quelle und Fotos: www.seenotretter.de


Matthias Claussen engagiert sich seit vier Jahren als freiwilliger Seenotretter. Fotos: Martin Stöver

Mit dem Seenotrettungsboot PAUL NEISSE fährt Matthias Claussen in den Einsatz.

Nach jeder Fahrt auf der Nordsee hjeißt es: Festmachen am Liegeplatz in Eiderdamm.

Angefügte Bilder:
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26.10.2017 02:02
#683 Alter Rettungsschuppen in Familienhand antworten

25.10.2017
Alter Rettungsschuppen in Familienhand

Seit fünf Jahren öffnen die Noormanns an zwei Vormittagen in der Woche das ehemalige Stationsgebäude der DGzRS in Norddeich.

Der 71-jährige Heinrich Noormann führt die Gäste durch die kleine Ausstellung über die Seenotretter, zeigt Filme, erklärt und erzählt Geschichten zu den Bildern und Ausstellungsstücken. Als echter Norddeicher kann er von damals und heute berichten, kennt sich aus in seiner Heimat und hat ein Herz für das Maritime.

„Als junger Mann fuhr er selbst zur See, auf einem Erzschiff hoch nach Norwegen“, erzählt seine Frau Margarethe Noormann. „Nach unserer Heirat war er über 40 Jahre als Matrose und Koch bei der Reederei Frisia, ist auf den Fähren gefahren, nach Juist und Norderney“, berichtet sie. Den Vormann Marcus Baar und die Männer von der Freiwilligen-Station Norddeich der Seenotretter kennt ihr Mann alle.

So kam es, dass man ihn eines Tages fragte, ob er sich nicht um den gut zwei Jahre lang verwaisten Rettungsschuppen und das darin befindliche Museum kümmern wolle. Er wollte. „Zu mir hat er damals gesagt: ,Hör‘ mal, das wär‘ doch zu schade, wenn sich da keiner kümmert. Aber ich mach‘ nur mit, wenn du dich um das Schriftliche kümmerst.‘ Das liegt ihm nicht“, weiß seine Frau nach nunmehr 46 Ehejahren. „So gestalten wir bis heute unsere Freizeit zusammen, haben eine schöne Aufgabe, die uns Spaß macht.“

Alle packen mit an

Tatkräftige Unterstützung erfährt Heinrich Noormann auch von seinem Sohn Andreas. Die Mutter sagt: „Er ist für das Handwerkliche zuständig. Wann immer es seine Zeit zulässt, legt er Hand an, kümmert sich um Reparaturen, klettert auf die Leiter und pflegt das Gelände rund um den alten Stationsschuppen.“

Auch die 20-jährige Enkelin Sarina Noormann unterstützt das Engagement der Großeltern. „Sarina bestellt für unseren Verkauf die Seenotretter-Teddys, die Becher, Anstecknadeln und Mützen“, freut sich die Oma. „Als gelernte Bürokauffrau bekommt sie das immer fix hin mit den Mails.“

Zweimal im Jahr steht die Familie zudem am DGzRS-Infostand, am Tag der Seenotretter und beim Kutterkorso in Norddeich. „Das sind die Höhepunkte im Jahr. Es ist zwar anstrengend – man ist ja nun keine 20 mehr – Sarina hilft immer tüchtig. Der Spaß und die Freude daran machen die Mühe wieder wett!“

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...n-familienhand/


Quelle_ www.seenotretter.de


Heinrich (v. l.), Andreas, Sarina und Margarethe Noormann kümmern sich um den alten Rettungsschuppen der Seenotretter in Norddeich. Fotos: Martin Stöver

Margarethe Noormann hinter dem Verkaufstresen des kleinen Museums im ehemaligen Stationsgebäude

Angefügte Bilder:
csm_2017-10-25-Rettungsschuppen-Norddeich-_1__d7ca09088a.jpg   2017-10-25-Rettungsschuppen-Norddeich-_2_.jpg  
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28.10.2017 20:20
#684 Hilfe für schwer verletzten Seemann auf der Nordsee antworten

27.10.2017
Hilfe für schwer verletzten Seemann auf der Nordsee

Ein schwer verletzter Seemann wurde gestern Abend, Donnerstag, den 26. Oktober 2017, von einem niederländischen Frachtschiff abgeborgen und nach Schleswig-Holstein ins Krankenhaus geflogen. Der Frachter „Lady Ariane“ befand sich zu diesem Zeitpunkt 90 Seemeilen (über 160 Kilometer) nordwestlich von Helgoland in der Deutschen Bucht

Über die dänische Seenotleitung in Aarhus war der Notfall an die SEENOTLEITUNG BREMEN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gemeldet worden. Der philippinische Seemann hatte sich bei einem Sturz eine Kopfverletzung zugezogen.
Die Wachleiter der DGzRS in Bremen alarmierten daraufhin den SAR-Hubschrauber der Deutschen Marine (SAR = Search and Rescue, Suche und Rettung) auf Helgoland. Unterwegs nahm die Hubschrauberbesatzung per Seilwinde von der Fregatte „Brandenburg“ einen Marinearzt auf, den sie kurz nach 20 Uhr auf dem Frachtschiff absetzte. Gegen 20.30 Uhr wurden Arzt und Patient vom Hubschrauber aufgewinscht und zum Festland geflogen.
Die 88 Meter lange „Lady Ariane“ befand sich auf dem Weg von den Niederlanden nach Dänemark. Der Arzt wurde noch in der Nacht vom Hubschrauber zu seiner Fregatte zurückgeflogen.

*abbergen: seem. für „von einem Schiff in Sicherheit bringen“

https://www.seenotretter.de/aktuelles/se...uf-der-nordsee/


Quelle: www.seenotretter.de


Die SEENOTLEITUNG BREMEN arbeitete in der Nacht eng mit der Deutschen Marine zusammen, um einem verletzten Seemann zu helfen. (Archivbild, DGzRS / Sven Junge)

Angefügte Bilder:
csm_2017-10-27-Hilfe-fuer-Seema_7bf845d831.jpg  
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31.10.2017 00:07
#685 Gestrandeter Schüttguttfrachter: Havariekommando des Bundes koordiniert antworten

30.10.2017
Gestrandeter Schüttguttfrachter: Havariekommando des Bundes koordiniert

Vor Langeoog ist gestern Abend (29.10.17) der Schüttgutfrachter "Glory Amsterdam" gestrandet.

Die komplexe Schadenslage wird durch das Havariekommando des Bundes koordiniert: https://www.havariekommando.de/DE/starts...seite-node.html.

Einheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind nicht vor Ort. [Stand: 30.10.17 / 9 Uhr]

Quelle: www.seenotretter.de

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08.11.2017 00:33
#686 Eine neue Generation: Rettungswesten für die Seenotretter antworten

Eine neue Generation: Rettungswesten für die Seenotretter

Rausfahren, wenn andere reinkommen – wer das tut, braucht eine Ausrüstung, auf die er sich hundertprozentig verlassen kann. Auch in extremen Situationen. Uns – und hoffentlich auch Ihnen – liegt die Sicherheit unserer Besatzungen ganz besonders am Herzen. Die Rettungsweste spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Nach bald zwölf Jahren im harten Seenotretteralltag ist es höchste Zeit für die nächste Westengeneration. Entwickelt nach dem neuesten Stand der Technik und geprüft auf Herz und Nieren von denen, die sie später tragen werden: Sprung aus großer Höhe, Besteigen einer Rettungsinsel bei schwerem Wetter, Schwimmen in der Gruppe, Rettung aus beengten Räumen über und unter Wasser.

Unser Video nimmt Sie mit zum Testen:

https://www.seenotretter.de/aktionen/rettungswesten/


Quelle: www.seenotretter.de

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09.11.2017 03:30
#687 Taufe des Seenotrettungsbootes NIMANOA antworten

08.11.2017
Taufe des Seenotrettungsbootes NIMANOA

TV-Moderatorin Heike Götz hat das neueste Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Mittwoch, 8. November 2017, in Warnemünde auf den Namen NIMANOA getauft. Das 10,1 Meter lange jüngste Spezialschiff der Seenotretter ist für die Station Damp bestimmt. Die ehrenamtliche „Bootschafterin“ stellte zudem aktuelle Einsatzzahlen vor: Auf Nord- und Ostsee sind die Seenotretter allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2017 bereits 1.901 Mal im Einsatz gewesen. Die Besatzungen haben dabei 477 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit.

Mit der Namengebung ihrer jüngsten Rettungseinheit würdigen die Seenotretter ein Ehepaar, dessen Nachlass den Neubau mit der internen Bezeichnung SRB 69 ermöglicht hat. Den Wünschen der beiden langjährigen, erfahrenen Hochseesegler entsprechend, trägt das neue Seenotrettungsboot den Namen ihrer Segelyacht. Mit ihr haben sie viele gemeinsame Stunden auf See verbracht – Atlantiküberquerung eingeschlossen.

Nimanoa ist eine Sagengestalt der mikronesischen Mythologie, die Reisende auf See stets sicher zu ihrem Ziel navigieren lässt – und damit ein sehr passender Name für ein Seenotrettungsboot. Gerhard Harder, ehrenamtlicher Vorsitzer der Seenotretter, würdigte das Engagement der Erblasser: „Für ihren außerordentlichen Einsatz sind wir sehr dankbar, denn ihr Nachlass versetzt uns in die Lage, den Neubau nahezu vollständig zu finanzieren.“

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...bootes-nimanoa/


Quelle und Foto: www.seenotretter.de


Ankunft des Neubaus mit der internen Bezeichnung SRB 69 am Morgen der Taufe in Warnemünde

Angefügte Bilder:
taufe-nimanoa-001.jpg  
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09.11.2017 03:33
#688  Zwischenbilanz der Seenotretter: Seit Jahresbeginn 1.900 Einsätze und 480 Gerettete auf Nord- und Ostsee. antworten

08.11.2017
TV-Moderatorin Heike Götz tauft modernstes Seenotrettungsboot auf den Namen NIMANOA

Zwischenbilanz der Seenotretter: Seit Jahresbeginn 1.900 Einsätze und 480 Gerettete auf Nord- und Ostsee.

TV-Moderatorin Heike Götz hat das neueste Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Mittwoch, 8. November 2017, in Warnemünde auf den Namen NIMANOA getauft. Das 10,1 Meter lange jüngste Spezialschiff der Seenotretter ist für die Station Damp bestimmt. Die ehrenamtliche „Bootschafterin“ stellte zudem aktuelle Einsatzzahlen vor: Auf Nord- und Ostsee sind die Seenotretter allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2017 bereits 1.901 Mal im Einsatz gewesen. Die Besatzungen haben dabei 477 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit.

Mit der Namengebung ihrer jüngsten Rettungseinheit würdigen die Seenotretter ein Ehepaar, dessen Nachlass den Neubau mit der internen Bezeichnung SRB 69 ermöglicht hat. Den Wünschen der beiden langjährigen, erfahrenen Hochseesegler entsprechend, trägt das neue Seenotrettungsboot den Namen ihrer Segelyacht. Mit ihr haben sie viele gemeinsame Stunden auf See verbracht – Atlantiküberquerung eingeschlossen.

Nimanoa ist eine Sagengestalt der mikronesischen Mythologie, die Reisende auf See stets sicher zu ihrem Ziel navigieren lässt – und damit ein sehr passender Name für ein Seenotrettungsboot. Gerhard Harder, ehrenamtlicher Vorsitzer der Seenotretter, würdigte das Engagement der Erblasser: „Für ihren außerordentlichen Einsatz sind wir sehr dankbar, denn ihr Nachlass versetzt uns in die Lage, den Neubau nahezu vollständig zu finanzieren.“

Die NIMANOA ist der erste von sieben Neubauten der gleichen Klasse, die die Seenotretter bei der Rostocker Werft Tamsen Maritim in Auftrag gegeben haben. Drei weitere Schwesterschiffe entstanden bereits an der Unterweser. Ein Typschiff hatte Tamsen wiederum bereits 2015 zum Jubiläum 150 Jahre DGzRS abgeliefert – als ersten Neubau für die Seenotretter aus Mecklenburg-Vorpommern seit der Wiedervereinigung.

Neuer ehrenamtlicher „Bootschafter“ 2018

Durch ihre ehrenamtliche „Bootschafterin“ Heike Götz erfuhren die Seenotretter in den vergangenen Monaten auf vielfältige Weise wesentliche Unterstützung. Für eine „Landpartie“-Sendung im NDR-Fernsehen drehte sie mit den Seenotrettern der Stationen Bremerhaven und Fedderwardersiel. Und beim „Landpartie“-Fest mit ihr in Celle waren die Seenotretter ebenfalls mit von der Partie – auf den verschiedenen Bühnen sowie vor Kameras und Mikrofonen verschiedener Hörfunk- und Fernsehwellen.

Neuer Seenotretter-„Bootschafter“ im Jahr 2018 wird der Schauspieler Till Demtrøder, ein echtes Nordlicht, das auch im Segelboot auf Nord- und Ostsee zu Hause ist. Einem breiten Publikum ist der „waschechte“ Hamburger unter anderem durch seine langjährige Rolle als Zivilfahnder Henning Schulz in der ARD-Erfolgsserie „Großstadtrevier“ bekannt geworden. Große Beliebtheit errang er zudem als Old Shatterhand in der Inszenierung „Der Schatz im Silbersee“ bei den Karl-May-Spielen Bad Segeberg. Vielen Menschen ist zudem seine Stimme aus Hörbüchern und Filmsynchronisationen vertraut.

Aus der Rettungsflotte

Die Indienststellung der NIMANOA ist Teil eines umfangreichen Neubau- und Umstationierungskonzeptes, mit dem sich die Seenotretter auf die Herausforderungen der nächsten Jahre vorbereiten. Etwa 30 Jahre sind die Rettungseinheiten im harten Einsatz auf Nord- und Ostsee. Rein rechnerisch ergibt sich daraus der Bedarf, jährlich durchschnittlich zwei neue in Dienst zu stellen.

Vor mehr als 25 Jahren standen die Seenotretter vor der historischen Aufgabe, nach der Wiedervereinigung die veraltete Technik in Mecklenburg-Vorpommern schnell zu modernisieren. 24 Neubauten der Jahre 1990 bis 1994 müssen spätestens Anfang des kommenden Jahrzehnts ersetzt werden. „Zweckgebundene Erbschaften versetzen uns in die Lage, für einige dieser Boote schon jetzt moderne Nachfolger zu bauen“, erläutert DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler.

2017 sind sechs neue Rettungseinheiten getauft und in Dienst gestellt worden beziehungsweise werden es bis zum Jahresende:

der 28 Meter lange Seenotrettungskreuzer ANNELIESE KRAMER mit Tochterboot MATHIAS für die Station Cuxhaven,
ein 20 Meter langer Seenotrettungskreuzer mit Arbeitsboot, bestimmt für die Stationen Greifswalder Oie, der am 15. Dezember 2017 in Greifswald getauft wird, sowie
vier 10,1 Meter lange Seenotrettungsboote für die Freiwilligen-Stationen Juist, Langeoog, Wangerooge und Damp.


Ein weiterer Seenotrettungskreuzer mit Arbeitsboot und sechs weitere Seenotrettungsboote sind im Bau beziehungsweise in Auftrag gegeben. Im kommenden Jahr werden vier dieser Einheiten in Dienst gestellt, das nächste Seenotrettungsboot im Frühjahr auf der Station Timmendorf/Poel.

Mit der Modernisierung der Rettungsflotte sind umfangreiche Umstationierungen verbunden. So hat etwa die Station Lauterbach auf Rügen bereits die bisher auf Langeoog stationierte CASPER OTTEN erhalten. Entsprechend ältere Rettungseinheiten werden außer Dienst gestellt und verkauft beziehungsweise an ausländische Schwesterorganisationen abgegeben.

Seenotretter hoffen zum Jahresende auf Spendenbereitschaft der Bevölkerung

Hinsichtlich des Sammlungserlöses hofft die DGzRS zum Jahresende auf die Spendenbereitschaft der Bevölkerung. In diesen Wochen wenden sich die Seenotretter wieder verstärkt an die Öffentlichkeit, um über ihre Arbeit zu informieren, die Menschen im ganzen Land um Unterstützung zu bitten und weitere Förderer ihrer Arbeit auf Nord- und Ostsee zu gewinnen. Sie sind auf die Unterstützung der breiten Bevölkerung angewiesen.

Rund 5.000 Plakate hängen bald an publikumsintensiven Plätzen mehr als 280 Orten. Die großformatigen Bilder zeigen eine Seenotretterin der Station Gelting/Ostsee und einen Seenotretter der Station Norderney/Nordsee im Einsatz. Die Flächen dafür hat die awk Außenwerbung GmbH kostenlos zur Verfügung gestellt.

Einsatzzahlen im Detail

Vom 1. Januar bis 31. Oktober 2017 haben die Besatzungen der rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote in Nord- und Ostsee bei insgesamt 1.901 Einsätzen (Januar bis Mitte Oktober 2016: 1.816 Einsätze)

58 (53) Menschen aus Seenot gerettet,
419 (530) Menschen aus drohender Gefahr befreit,
375 (258) Mal erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert,
59 (41) Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt,
862 (954) Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
504 (463) Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.

In vielen Fällen griffen die Seenotretter frühzeitig ein und begrenzten so Schäden bereits im Vorfeld. Zudem sind sie 2.211 Mal in ihren Revieren zwischen Borkum im Westen und Ueckermünde im Osten auf Kontrollfahrt gegangen.

Seit ihrer Gründung am 29. Mai 1865 hat die DGzRS bis Ende Oktober 2017 insgesamt 84.514 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahrensituationen auf See befreit. Das entspricht in etwa der gesamten Bevölkerung der Städte Gießen (Hessen), Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg), Lünen (Nordrhein-Westfalen) oder Flensburg (Schleswig-Holstein).

Die Einsatzzahlen verteilen sich auf die einzelnen Küsten wie folgt:
Niedersächsische Nordseeküste
Die Besatzungen der an der niedersächsischen Küste stationierten Seenotrettungskreuzer und -boote haben bei 567 (497) Einsätzen sieben (zwei) Menschen aus Seenot gerettet und 75 (85) weitere aus Gefahrensituationen befreit.

Schleswig-Holsteinische Nordseeküste
Die Stationen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste registrierten 209 (185) Einsätze. Die dortigen Mannschaften retteten sieben (zwei) Menschen aus Seenot und befreiten weitere 29 (119) aus Gefahrensituationen.

Schleswig-Holsteinische Ostseeküste
An der Ostseeküste Schleswig-Holsteins waren die Seenotretter 673 (626) Mal im Einsatz. Sie retteten 22 (28) Menschen aus Seenot und befreiten weitere 176 (203) aus Gefahrensituationen.

Mecklenburg-Vorpommersche Ostseeküste
In Mecklenburg-Vorpommern waren die Seenotretter zu 452 (508) Einsatzfahrten unterwegs. Sie retteten 22 (21) Menschen aus Seenot und befreiten weitere 139 (123) aus Gefahrensituationen.

Das neue Seenotrettungsboot NIMANOA

Das neue 10,1-Meter-Seenotrettungsboot NIMANOA ersetzt auf der Freiwilligen-Station Damp die 1992 in Dienst gestellte, 8,5 Meter lange KARL VAN WELL, die nun außer Dienst gestellt wird.
Bei der NIMANOA handelt sich um einen modifizierten Typ der 9,5-/10,1-Meter-Klasse der DGzRS, der besonders durch zwei Spanten mehr in der Länge die Unterbringung und Behandlungsmöglichkeiten an Bord für Schiffbrüchige, Erkrankte und Verletzte verbessert. Mit lediglich 96 Zentimetern Tiefgang kann das Boot auch in anspruchsvollen Flachwassergebieten seine vielfältigen Aufgaben erfüllen.

Der Neubau ist einer von insgesamt zehn des gleichen Typs – das derzeit letzte soll 2020 seinen Dienst aufnehmen. Gefahren werden alle von Freiwilligen-Besatzungen. Mehr als 800 der rund 1.000 Seenotretter an Nord- und Ostseeküste sind freiwillige Seenotretter. Die Eckdaten der neuen Seenotrettungsboote:

Die Hauptdaten des Neubaus

Länge über Alles: 10,1 Meter • Breite über Alles: 3,61 Meter • Tiefgang: 0,96 Meter
Verdrängung: 8 Tonnen • Geschwindigkeit: 18 Knoten (ca. 33 km/h) • Besatzung: Freiwillige
Antrieb: ein Propeller, 380 PS

Wie alle Einheiten der Seenotretter sind die neuen Seenotrettungsboote als Selbstaufrichter konstruiert und vollständig aus Aluminium im bewährten Netzspantensystem gebaut. Sie zeichnen sich durch hohe Seetüchtigkeit aus. In Grundsee und Brandung besitzen sie gute See-Eigenschaften, manövrieren einwandfrei, überstehen heftige Grundstöße und sind in der Lage, dank des rundumlaufenden Fendersystems auch bei höheren Fahrtstufen und unter erschwerten Bedingungen bei Havaristen längsseits zu gehen.

Bei der Konstruktion wurden umfassende Sicherheitskriterien berücksichtigt. Die Neubauten sind mit modernster Navigationstechnik, leistungsstarken Schlepp- und Lenzgeschirren sowie einer umfangreichen Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung ausgestattet.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...-namen-nimanoa/


Quelle und Foto: www.seenotretter.de


„Allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr“, wünscht Seenotretter-„Bootschafterin“ Heike Götz dem neuen Seenotrettungsboot NIMANOA. Sie hat heute das Seenotrettungsboot für die Freiwilligen-Station Damp in Warnemünde getauft.

Angefügte Bilder:
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14.11.2017 04:00
#689 „Wir fahren dahin, wo es weh tut“ antworten

13.11.2017
„Wir fahren dahin, wo es weh tut“

Gerd Schwips ist 2. Vormann im gezeitengeprägten Revier vor Norderney

Zur Arbeit fährt Gerd Schwips mit dem Boot. Von Juist aus geht es alle 14 Tage durchs Watt nach Norderney. Dort tauscht der 54-Jährige den Seepullover gegen den roten SAR-Overall der DGzRS. Schwips ist 2. Vormann des Seenotrettungskreuzers BERNHARD GRUBEN. Zwei Wochen rund um die Uhr Dienst an Bord, dann genauso lange frei – das ist sein Rhythmus. Doch das war nicht immer so.

Rund 25 Jahre lang war Schwips einer der mehr als 800 freiwilligen Seenotretter. Auf Juist hatte er 1982 auf dem Seenotrettungsboot ILKA begonnen. 1993 wurde er Vormann der traditionsreichen Station, gegründet 1861 als eine der ersten in Ostfriesland.

Schwips, den alle seit seiner Zeit als aktiver Surfer nur „Taucher“ nennen, hat Respekt vor der See, aber auch vor seinen freiwilligen Kollegen. Er weiß genau, welchen „Job“ sie machen. Heute, als Festangestellter, bittet er oft Freiwilligen-Boote um Unterstützung. Der Austausch mit den Nachbarstationen ist groß. „Die Denke ,Wir sind der Kreuzer und schaffen das allein‘ hat bei uns an Bord keinen Platz. Oft genug braucht man ein Backup. Man darf niemals vergessen, wie klein man letztlich selbst ist.“

Mit der See ist „Taucher“ groß geworden, doch seine Patente machte er erst vor einigen Jahren. Zwar absolvierte er auf den Seenotrettungskreuzern von Borkum und Norderney hin und wieder mal eine Dienstwoche als Freiwilliger. Doch Kapitän zu werden, war lange nicht mehr als ein Jugendtraum.

Vor zwölf Jahren dann packte es ihn: Schiffsmechaniker-Ausbildung, Fahrenszeit mit Containern bis zu den Azoren und schließlich in der Ostsee „Kümonaut“, wie Seeleute die Männer auf den Küstenmotorschiffen nennen. „Bei der DGzRS hätte ich mich nie beworben, wenn man mich nicht angesprochen hätte“, sagt Schwips.

Heute weiß er, dass das sein Weg war. Auch wegen der Familie. „Als ich Freiwilliger war, war meine Frau immer in Sorge, wenn wir alarmiert wurden und sie lange nichts von uns hören konnte. Heute erfährt sie erst hinterher, dass ich im Einsatz war. Das ist leichter für beide“, sagt der Familienvater.

Längst ist Schwips auf zwei Inseln gleichermaßen zu Hause. „Nach dem Freitörn freue ich mich auf jedes ,Moin‘ und jeden Schnack. Aber nach 14 Tagen muss ich zurück auf meine Insel Juist“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Sein zweites Zuhause, der Seenotrettungskreuzer mit seinen vielleicht 30 Quadratmetern „Auslauf“ für die vierköpfige Besatzung, verlangt auch ein Händchen für Menschenführung. „Wir verstehen uns gut. Trotzdem fällt auch mal ein ernstes Wort, das ist normal. Aber im Einsatz diskutieren wir nicht. Im Nachgang sprechen wir jeden ,Job‘ kritisch durch.“

Zu „Tauchers“ Selbstverständnis als Vormann gehört es, hin und wieder in die zweite Reihe zu treten: „Auch unsere Dritten fahren mal den Kreuzer. Wie sollen sie es sonst lernen?“ Den Umgang mit den Naturgewalten lehre eben keine Schule. „Wenn es hart auf hart kommt, zählen Erfahrungswerte. Jeder Einsatz bringt dich ein Stück weiter.“

Schwips’ Revier gehört zu den anspruchsvollsten überhaupt. „Wir fahren dahin, wo es weh tut, wo der Havarist liegt, in die Brandung“, beschreibt er typische Einsatzumstände im gezeitengeprägten Wattenmeer. „Wenn meine Leute mit dem Tochterboot eine Schleppverbindung herstellen, übersteigen, um Verletzten zu helfen oder das Ruder selbst zu übernehmen, ist das Seemannschaft par excellence“, sagt Schwips anerkennend über die Leistungen seiner Besatzung. Allgegenwärtig sei die Gefahr, auf Grund zu geraten. Seenotrettungskreuzer sind zwar dafür gebaut, auch dies zu überstehen. „Aber das sind schon fürchterliche Stöße, die das ganze Schiff erzittern lassen.“

Groß ist die Solidarität der gesamten Schifffahrt im Revier mit den Norderneyer Seenotrettern. „Für das gute Miteinander sind wir sehr dankbar. Auf See ist man schnell auf sich allein gestellt. Dann ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen“, sagt der Vormann.

Solche Demut kennzeichnet viele Seenotretter. Das spiegelt sich auch in ihrem Verhältnis zur „Gesellschaft“ wider, wie die DGzRS an der Küste meist genannt wird. „Ich bin sehr stolz darauf, dass die ,Gesellschaft‘ seit 150 Jahren freiwillig und unabhängig organisiert und finanziert ist“, sagt Schwips. Das erfordere viel Motivation aller Kollegen auf See und an Land. „Und das wiederum ist meine Motivation, stets auf Neue aufs Meer hinauszufahren, um anderen Menschen zu helfen.“

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...o-es-weh-tut-1/


Quelle und Fotos: www.seenotretter.de


„Wenn es hart auf hart kommt, zählen Erfahrungswerte. Jeder Einsatz bringt dich ein Stück weiter“, sagt Vormann Gerd „Taucher“ Schwips.

Einsatz im gezeitengeprägten Wattenmeer: der Seenotrettungskreuzer BERNHARD GRUBEN/Station Norderney aus ungewohnter Perspektive

Angefügte Bilder:
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14.11.2017 21:00
#690 „Es ist wunderbar, helfen zu können“ antworten

14.11.2017
„Es ist wunderbar, helfen zu können“

Birgit Heinze ist freiwillige Seenotretterin auf der Station Gelting an der Ostsee

Weite Felder prägen die Landschaft entlang der Geltinger Bucht am Ausgang der Flensburger Förde. Spaziergängern öffnet sich der Blick auf die Ostsee. Im Herzen der Bucht, dem Hafen von Gelting, liegen Sportboote und kleine Fischkutter. Zuweilen löschen auch ein paar größere Kutter dort ihren Fang. Dazwischen fällt der leuchtrot-weiße Anstrich des Seenotrettungsbootes JENS FÜERSCHIPP sofort ins Auge. Bei vielen Einsätzen hat eine Frau das Sagen an Bord: Birgit Heinze ist freiwillige Seenotretterin – und stellvertretender Vormann.

Seefahrt, vor allem die „große Fahrt“, ist nach wie vor eine Männerdomäne. In der weltweiten Schifffahrt sind noch immer nur wenige Frauen an Bord tätig. Doch unter den rund 800 Freiwilligen der DGzRS gibt es bereits etwa 35 Seenotretterinnen. In der Funktion des Vormanns – dieser traditionelle Begriff ist Birgit Heinze wichtig – ist die Geltingerin jedoch eine Ausnahme.

Wenn ihr Mann, der freiwillige Vormann Thilo Heinze, als fest angestellter Seenotretter zum zweiwöchigen Diensttörn auf Helgoland ist, leitet sie die Freiwilligenstation an der Ostsee – also rund die Hälfte des Jahres. „Die Bezeichnung ,weiblicher Vormann‘ gefällt mir“, sagt sie mit einem Lächeln. „Ich finde es gut, den überlieferten Vormannsbegriff zu bewahren.“

Die Schifffahrt mit ihren Traditionen, klassischer Seemannschaft und Navigation einerseits und der Technik andererseits haben die heute 52-Jährige schon früh fasziniert. Küstenkind ist Heinze zwar nicht. Geboren wurde sie vielmehr in Hannover. Aber sie wuchs am Mittellandkanal auf. „Wasser hat mich schon immer magisch angezogen, vor allem alles, was darauf passiert“, sagt sie.

Damit meint sie nicht nur die rege Berufsschifffahrt. Surfen, Wasserskilaufen, Segeln, natürlich Baden und neuerdings auch Tauchen gehören zu den Hobbys der gelernten Krankenschwester. Wichtigste Freizeitbeschäftigung ist ihr jedoch seit 2004 das Ehrenamt bei den Seenotrettern: „Es ist wunderbar, mit der See verbunden zu sein und dabei auch noch helfen zu können.“

Beruflich steht Heinze Tag für Tag in der Notaufnahme des Flensburger Diakonissenkrankenhauses. Im Ehrenamt kümmert sie sich nicht nur um die medizinische Ausrüstung des Seenotrettungsbootes, sondern auch um die Ausbildung der Mannschaft. Zwar überwiegen die Routine-Einsätze, bei denen die Seenotretter durch frühzeitiges Eingreifen oft im Vorfeld Schlimmeres verhindern können. Doch gelegentlich wird die JENS FÜERSCHIPP auch zum Rettungswagen auf See. Wie für den Skipper der Segelyacht, deren Mast brach und den Mann so schwer am Arm verletzte, dass er sich einen offenen Bruch zuzog: Bei starkem Wellengang schiente Birgit Heinze auf See den Arm, sicherte die Durchblutung der Hand und Finger und übergab den erstversorgten Patienten in Gelting an den bereits wartenden Landrettungsdienst. Für die Seenotretter war auch das letztlich viel geübte Routine.

Übungen sind Heinze ohnehin sehr wichtig. Suchmusterfahrten, Kommunikationstraining und Rollenspiele trainieren für die Aufgabe, die in großen roten Lettern am Bug der JENS FÜERSCHIPP notiert ist: SAR, Search and Rescue, Suche und Rettung. „Mehrere Schiffe bei wenig Licht in der einsetzenden Dunkelheit zu führen und zu koordinieren, ist anspruchsvoll. Einen Dummy, also eine Übungspuppe, bei derartigen Bedingungen wiederzufinden, ist nicht einfacher. Routine und Erfahrung bekommt man nur durch ständiges Training“, weiß die freiwillige Seenotretterin.

Ihre medizinische Aufgabe schließlich endet für Birgit Heinze nicht mit der Übergabe Geretteter an den Landrettungsdienst, sondern umfasst auch die Betreuung der eigenen Mannschaft. Fester Bestandteil ist die psychologische Nachsorge. „Unsere Aufgabe bringt es mit sich, dass wir hin und wieder in Situationen geraten, in denen wir nicht mehr helfen können. Wir alle müssen lernen, damit umzugehen.“

Birgit Heinze selbst tankt nach solchen Erfahrungen bei Spaziergängen über die Felder zwischen Niesgrau und Wackerballig oder über die Strände zwischen Steinberghaff und der Geltinger Birk wieder auf und gewinnt neue Kraft. „Hauptsache, ich sehe die Ostsee.“

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...n-zu-koennen-1/


Quelle und Fotos: www.seenotretter.de

Angefügte Bilder:
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