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 Wissenswertes über Langeoog
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Trödel
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02.10.2019 22:00
#796 Ein Professor vom Infostand Antworten

02.10.2019
Ein Professor vom Infostand

Der Orkan kam unangekündigt und aus heiterem Himmel: Ulrich Schaarschmidt segelte mit seiner Frau und Freunden zwischen thailändischen Inseln, als der Wind mit einer Stärke von elf bis zwölf das Boot flach ins Wasser warf.

„Eine Stunde lang stand ich nass im Sturm an der Pinne und versuchte, das Boot in den Wind zu drehen und wiederaufzurichten.“ Zum Glück hatte das Wasser 30 Grad, das über ihn hinwegfegte, und die Luft war heiß. Der tropische Orkan flaute so plötzlich ab, wie er gekommen war. Die Segler konnten sich trotz zerfetzten Riggs auf eine Insel retten.

Ulrich Schaarschmidt ist klar: Im kalten Wasser der Nordsee hätte er das Unglück wohl kaum überlebt. Für umso wichtiger hält er die Arbeit der Seenotretter, die auch bei Eiseskälte und im schwersten Sturm rausfahren, um Menschen zu retten. Seit etwa vier Jahren ist Schaarschmidt ehrenamtlicher Mitarbeiter an Land. Der 64-jährige Hamburger ist Professor für Elektro- und Informationstechnik an der Fachhochschule Düsseldorf. Für ihn steht fest: „Ich habe keine Lust, mit Nebenjobs zusätzlich Geld zu verdienen. Ich engagiere mich lieber ehrenamtlich.“

In seiner Freizeit bildet er, natürlich ehrenamtlich, beim Hochschulsport Binnensegler und Sportküstenschiffer aus. Für die Seenotretter stellt er sich nicht nur bei Messen und Veranstaltungen tagelang an den Stand und wirbt Förderer. Der Ingenieur und Informatiker bringt zudem seine breite Erfahrung sowohl am Computer als auch auf See und als Wissensvermittler ein. Aus solchen Wochenenden zieht Ulrich Schaarschmidt selbst Befriedigung, wie er sagt. „Die Teilnehmer sind interessiert, sie wollen lernen und stellen viele Fragen. Das ist ein schönes Erlebnis.“

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...-vom-infostand/


Quelle und Foto: www.seenotretter.de


Im vergangenen Jahr lernte Ulrich Schaarschmidt (2.v.r.) auf der „boot“ den ehrenamtlichen Seenotretter-„Bootschafter“ Till Demtrøder (Mitte) kennen

Angefügte Bilder:
UNSERE-EHRENAMTLICHEN_-Ulrich-Schaarschmidt-_5_.jpg  
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05.10.2019 01:21
#797 RE: Ein Professor vom Infostand Antworten

04.10.2019
Gerüstbau im Schiffbau

Rahmen, Traversen, Bohlen und Tafeln verstellen im Moment den freien Blick auf die neue HAMBURG. Mit diesen Bauteilen haben die Schiffbauer der Fassmer-Werft in den vergangenen Tagen ein Gerüst um den Seenotrettungskreuzer gebaut, über das sie bequem und sicher an jede Stelle des rund 16 Meter hohen Neubaus kommen können. An Bord erledigen sie im Moment die letzten Schweißarbeiten. Sobald sie damit fertig sind, „verstecken“ sie SK 40 zum Schutz vor Staub hinter einer Plane. Anschließend lackieren die Werftarbeiter die HAMBURG mit den typischen Seenotretter-Farben. (Fotos: Die Seenotretter – DGzRS/Martin Stöver)

Die HAMBURG ist das vierte Schiff der völlig neu konstruierten 28-Meter-Klasse, die nach und nach die bewährte 27,5-Meter-Klasse ersetzt. Das Typschiff hatten die Seenotretter zu ihrem 150-jährigen Bestehen Ende Mai 2015 auf den Namen ERNST MEIER-HEDDE getauft und auf Amrum stationiert. Der zweite Seenotrettungskreuzer dieser Klasse ist die neue BERLIN, die seit Anfang 2017 von Laboe aus die Kieler Förde sichert. Seit Sommer 2017 ist die ANNELIESE KRAMER als dritte Einheit dieser Klasse auf der Station Cuxhaven im Einsatz.

Der jüngste Neubau soll nach seiner Ablieferung im Frühjahr 2020 auf der Station Borkum die ALFRIED KRUPP nach 32 Einsatzjahren ablösen. Mit der Namengebung würdigt die DGzRS die langjährige Verbundenheit der Hamburger mit den Seenotrettern. Mit einer Spendenaktion ruft sie alle Einwohner Hamburgs, aber auch alle Freunde der Hansestadt dazu auf, sich am „Spendemanöver: HAMBURG wird Seenotretter!“ zu beteiligen. Spenden für den Neubau sind bereits jetzt möglich, am einfachsten online unter Angabe des Kennwortes HAMBURG.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...u-im-schiffbau/


Quelle und Fotos: www.seenotretter.de


Fertig eingerüstet steht die neue HAMBURG in der Werfthalle.

Angefügte Bilder:
WTB-SK40-10-01.jpg  
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13.10.2019 03:45
#798 Neues Seenotrettungsboot der DGzRS-Station Horumersiel heißt WOLFGANG PAUL LORENZ Antworten

11.10.2019
Neues Seenotrettungsboot der DGzRS-Station Horumersiel heißt WOLFGANG PAUL LORENZ

Nachlass ermöglicht Bau jüngster Rettungseinheit auf Nord- und Ostsee

Mit einem hellen Knall ist die Sektflasche am Bug des neuen Seenotrettungsbootes WOLFGANG PAUL LORENZ der Freiwilligen-Station Horumersiel zerplatzt. Die jüngste Rettungseinheit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat am Samstag, 12. Oktober 2019, im Hafen Wangersiel ihren Namen erhalten. Benannt ist das moderne Spezialschiff nach einem Spender, der die Seenotretter in seinem Nachlass bedacht hatte.


„Die WOLFGANG PAUL LORENZ ist ein Seenotrettungsboot der neuesten Generation. Sie ist ausgesprochen seetüchtig und hat ganz hervorragende Fahreigenschaften“, beschreibt der freiwillige Vormann Günter Ihnken seine ersten Erfahrungen. Der Neubau ist mit modernster Technik ausgestattet und mit 380 PS deutlich leistungsstärker als sein Vorgänger.

Das 10,1-Meter-Seenotrettungsboot ist rund zwei Meter länger und einen halben Meter breiter als die bisher in Horumersiel stationierte BALTRUM: „Wir können Schiffbrüchige, Erkrankte und Verletzte jetzt viel besser transportieren und an Bord medizinisch versorgen“, betont Ihnken. Mitte September hatten er und seine Freiwilligen-Crew den Neubau von der Bauwerft Tamsen Maritim in Rostock an die Jade überführt. An der Warnow war SRB 75 – so seine interne Bezeichnung – im Ende Oktober 2018 auf Kiel gelegt worden.

Gemeinsame Liebe zum Wasser

Ursula Lorenz wünschte dem neuen Seenotrettungsboot zur Taufe „allzeit gute Fahrt und der Besatzung stets eine sichere Heimkehr“. Die Taufe war für sie ein sehr emotionales Erlebnis. „Mein Mann wäre über diesen Tag sehr glücklich“, sagte Ursula Lorenz, „und das bin ich auch. Er fühlte sich der DGzRS zeitlebens eng verbunden. Ihm lag sehr viel daran, den Neubau eines Seenotrettungsbootes zu ermöglichen.“

Wolfgang Paul Lorenz bedachte die Seenotretter in seinem Nachlass. Auf diese Weise bleibt er ihnen verbunden. „Für sein außerordentliches Engagement sind wir sehr dankbar, denn dieser Nachlass versetzt uns in die Lage, den Neubau zu finanzieren“, erläuterte Gerhard Harder, ehrenamtlicher Vorsitzer der Seenotretter, bei der Taufe. „Das Boot nach Wolfgang Paul Lorenz zu benennen, ist für uns eine ehrenvolle Verpflichtung, der wir sehr gern nachkommen.“

Turnusgemäße Modernisierung der Rettungsflotte

Das neue 10,1-Meter-Seenotrettungsboot WOLFGANG PAUL LORENZ hat auf der Freiwilligen-Station Horumersiel die 1994 in Dienst gestellte und seit 2004 in Horumersiel stationierte BALTRUM abgelöst. Diese 8,5 Meter lange Einheit wird von der DGzRS außer Dienst gestellt. Das Boot wird allerdings im Seenotrettungsdienst bleiben und in Kürze an die Dansk Søredningsselskab, einen Freiwilligen-Seenotrettungsdienst in Dänemark, übergeben werden.

Die Eckdaten des Neubaus:
Länge über Alles: 10,1 Meter • Breite über Alles: 3,61 Meter • Tiefgang: 0,96 Meter
Verdrängung: 8 Tonnen • Geschwindigkeit: 18 Knoten (ca. 33 km/h) • Besatzung: Freiwillige
Antrieb: ein Propeller, 380 PS

Wie alle Einheiten der Seenotretter sind die neuen Seenotrettungsboote als Selbstaufrichter konstruiert und vollständig aus Aluminium im bewährten Netzspantensystem gebaut. Sie zeichnen sich durch hohe Seetüchtigkeit aus. In Grundsee und Brandung besitzen sie gute See-Eigenschaften, manövrieren einwandfrei, überstehen heftige Grundstöße und sind in der Lage, dank des rundumlaufenden Fendersystems auch bei höheren Fahrtstufen und unter erschwerten Bedingungen bei Havaristen längsseits zu gehen.

Bei der Konstruktion wurden umfassende Sicherheitskriterien berücksichtigt. Die Neubauten sind mit modernster Navigationstechnik, leistungsstarken Schlepp- und Lenzgeschirren sowie einer umfangreichen Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung ausgestattet.

Lange Tradition der Seenotretter in Horumersiel

Horumersiel zählt zu den ältesten Stationen der Seenotretter. Bereits 1866, ein Jahr nach Gründung der DGzRS, wurde in Horumersiel ein erstes Ruderrettungsboot stationiert. 1909 geht ein besonders schwerer Einsatz der Horumersieler in die Geschichte ein: Bei der „Todesfahrt“ des Ruderrettungsbootes VEGESACK verloren sechs Schiffbrüchige und ein Seenotretter ihr Leben. Ein ähnliches Ruderrettungsboot, die AUGUST GRASSOW, ist heute im 1975 im Zuge der Erneuerung des Hafens Wangersiel errichteten Stationsgebäudes originalgetreu restauriert erhalten. Eigner ist der eigenständige Verein Historische Seenotrettung Horumersiel e. V. Heute engagieren sich auf der DGzRS-Station Horumersiel 15 freiwillige Seenotretter um Vormann Günter Ihnken.

Über die Seenotretter

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 54 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Jahr für Jahr fahren die Seenotretter mehr als 2.000 Einsätze, koordiniert von der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre). Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen mehr als 85.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...ng-paul-lorenz/


Quelle und Foto: www.seenotretter.de


Noch trägt es die interne Bezeichnung SRB 75: die Freiwilligen der Station Horumersiel um Vormann Günter Ihnken (l.) am Morgen des Tauftages vor ihrem neuen Seenotrettungsboot

Angefügte Bilder:
csm_Taufe-SRB75_1__e46c21b8f9.jpg  
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17.10.2019 00:00
#799 Tragendes Element Antworten

15.10.2019
Tragendes Element

Genauso wie alle anderen DGzRS-Einheiten – bis auf die der 8,9-Meter-Klasse – ist SK 41 ebenfalls eine Schweißkonstruktion ganz aus seewasserbeständigem Leichtmetall. Tragendes Element ist dabei das bewährte Netzspantengerüst, bei dem die Längs- und Querspanten – abhängig von der Schiffsgröße – nicht weiter als maximal 50 Zentimeter voneinander entfernt sind. Sie bilden ein enges, festes Netz, auf das die Schiffbauer im nächsten Arbeitsschritt die Beplattung aufbringen. Fotos: Martin Stöver

SK 41 ist das fünfte Schiff der völlig neu konstruierten 28-Meter-Klasse, die nach und nach die bewährte 27,5-Meter-Klasse ersetzt. Das Typschiff hatten die Seenotretter zu ihrem 150-jährigen Bestehen Ende Mai 2015 auf den Namen ERNST MEIER-HEDDE getauft und auf Amrum stationiert. Der zweite Seenotrettungskreuzer dieser Klasse ist die neue BERLIN, die seit Anfang 2017 von Laboe aus die Kieler Förde sichert. Seit Sommer 2017 ist die ANNELIESE KRAMER als dritte Einheit dieser Klasse auf der Station Cuxhaven im Einsatz. Die neue HAMBURG wird voraussichtlich nach seiner Ablieferung im Frühjahr 2020 auf der Station Borkum die ALFRIED KRUPP nach 32 Einsatzjahren ablösen.

Die inzwischen fünfte Rettungseinheit der 28-Meter-Klasse soll im Rahmen der notwendigen ständigen Modernisierung der Rettungsflotte auf der Station Grömitz die HANS HACKMACK ablösen. Diese wiederum soll künftig ohne feste Station immer dort zum Einsatz kommen, wo andere Seenotrettungskreuzer vertreten werden müssen, zum Beispiel während turnusgemäßer Generalüberholungen. Die Taufe ist für den Jahreswechsel 2020/2021 geplant.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...gendes-element/


Quelle und Foto: www.seenotretter.de


Schon zu erkennen: Das Netzspantengerüst verleiht dem Rumpf von SK 41 sein typisches Aussehen.

Angefügte Bilder:
WTB-SK41-03-01.jpg  
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17.10.2019 00:00
#800 Eingeschworene Gemeinschaft in Fedderwardersiel Antworten

16.10.2019
Eingeschworene Gemeinschaft in Fedderwardersiel

Hartmut Dierks ist fast 15 Jahre lang freiwilliger Vormann der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Fedderwardersiel gewesen. Vor Kurzem hat der 60-Jährige die Leitung der Seenotretter-Station des kleinen Fischerortes an seinen Nachfolger Karsten Ohme übergeben.

„Es war einfach ein guter Zeitpunkt, das Ehrenamt in jüngere Hände zu legen“, sagt Hartmut Dierks. Seine Wiederwahl stand an, aber weitere vier Jahre wollte er nicht mehr an der Spitze der freiwilligen Seenotretter in Fedderwardersiel stehen. Er trat in die zweite Reihe zurück, bleibt der Station aber als Rettungsmann erhalten: Ein paar weitere Jahre im aktiven Dienst will er noch dranhängen.

Hartmut Dierks ist in dem kleinen Fischerort in der Wesermarsch aufgewachsen, spielte im Hafen mit Freunden und sah den Seenotrettern bei ihrer Arbeit zu. „Die Technik der Rettungsboote hat mich schon immer fasziniert“, sagt der 60-Jährige mit einem Schmunzeln. Doch selbst mit anpacken, das passte zunächst nicht: Der Schichtdienst bei den Norddeutschen Seekabelwerken hielt ihn viele Jahre davon ab. Anfang 2002 entschloss er sich, trotz aller Bedenken bei der DGzRS als Freiwilliger anzuheuern. Er fühlte sich sofort in der Gemeinschaft der Seenotretter wohl, brachte seine Revierkenntnisse ein und scheute sich nicht, bei Schietwetter auf die Nordsee rauszufahren.

Aus seiner Zeit als Vormann ist Hartmut Dierks vor allem ein Einsatz für drei Wattwanderer im Gedächtnis geblieben: Gemeinsam mit seinen Kollegen Malte Linneweber und Uwe Kähler rettete er am 13. Juli 2018 in letzter Sekunde einen Vater und dessen zwei Söhne aus Lebensgefahr. „Im Flutstrom hätte der Mann sich keine fünf Minuten länger halten können“, erinnert er sich. Seinen Nachfolger Karsten Ohme treibt eine ähnliche Motivation an: „Ich möchte den Menschen helfen, die auf See in Not sind.“ Hinzu kommt: Der 52-Jährige ist auch als Segler einfach sehr gerne auf dem Wasser.

Aufgewachsen ist Karsten Ohme in Stralsund, seit 1999 lebt der gelernte Heizungsinstallateur in Nordenham. Heute arbeitet er im Außendienst eines Handwerksbetriebes und sorgt dafür, dass Menschen wieder warmes Wasser und eine warme Wohnung haben – er repariert defekte Heizungen und wartet sie. In seiner freien Zeit ist er seit 2012 oft im Hafen von Fedderwardersiel, im Rettungsschuppen der DGzRS. Dort tauscht er sich mit seinen Kollegen aus, plant mit ihnen Revier- und Übungsfahrten, wartet die Ausrüstung und hält gemeinsam mit den anderen das Seenotrettungsboot HERMANN ONKEN in Schuss.

„Wir sind ein eingeschworener Haufen, jeder hilft dem anderen – das gefällt mir“, sagt er. Diesen festen Zusammenhalt möchte er ebenso erhalten wie die sehr gute Seemannschaft der Freiwilligen-Crew. „Hartmut hat als Vormann einen tollen Job gemacht – dafür ein dickes Dankeschön!“, lobt er seinen Vorgänger. Und er möchte daran anknüpfen. Eines steht für ihn immer im Fokus: rund um die Uhr, bei jedem Wetter einsatzbereit zu sein, um Menschen aus Seenot zu retten.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...dderwardersiel/


Quelle: www.seenotretter.de


Hartmut Dierks leitete fast 15 Jahre die Geschicke der freiwilligen Seenotretter in Fedderwardersiel. Foto: Die Seenotretter – DGzRS/Steven Keller

Karsten Ohme ist neuer Vormann der DGzRS-Station Fedderwardersiel. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Angefügte Bilder:
2019-10-16-Vormannswechsel-Fedderwardersiel_-Hartmut-Dierks.jpg   2019-10-16-Vormannswechsel-Fedderwardersiel_-Karsten-Ohme.jpg  
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22.10.2019 01:23
#801 Betreiber des Offshore-Windparks „Arkona“ unterstützen die Seenotretter auf Nord- und Ostsee mit 10.000 Euro Antworten

21.10.2019
Betreiber des Offshore-Windparks „Arkona“ unterstützen die Seenotretter auf Nord- und Ostsee mit 10.000 Euro

Viel Geld für die Seenotretter: Mit 10.000 Euro unterstützen die Energieunternehmen RWE Renewables und Equinor die Arbeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die Spende fließt in den Bau der neuen HAMBURG. Der Seenotrettungskreuzer ist für die DGzRS-Station Borkum bestimmt und soll im April 2020 in Hamburg getauft werden.

„Wir freuen uns als rein spendenfinanzierte Organisation sehr über die großzügige Unterstützung von RWE Renewables und Equinor“, sagte DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler bei der Spendenübergabe am Freitag, 18. Oktober 2019. „Das Geld ist für unseren Neubau HAMBURG bestimmt und trägt dazu bei, dass wir unsere Flotte weiter modernisieren und weiterhin für Sicherheit auf See sorgen können.“ Einsatzgebiet der neuen HAMBURG werden die Emsmündung und weite Teile der Deutschen Bucht sein. Der Seenotrettungskreuzer löst auf der westlichsten DGzRS-Station Borkum die ALFRIED KRUPP ab, die im Frühjahr 2020 nach dann 32 Einsatzjahren außer Dienst gestellt wird.

Jeder kann sich am Neubau beteiligen – am einfachsten mit einer Spende über die Website spendemanöver.de. Überweisungen sind mit dem Stichwort HAMBURG auf das Spendenkonto der DGzRS bei der Hamburger Sparkasse, IBAN: DE24 2005 0550 1280 1967 73, ebenfalls möglich. Daneben bieten die Seenotretter die Aktion „Name an Bord“ erneut an: Ab einer 5.000-Euro-Spende fährt der eigene Name, der einer Firma oder eines Menschen, der besonders geehrt werden soll, auf einer Danktafel an Bord der HAMBURG bei jedem Einsatz mit. Auch die Energieunternehmen RWE Renewables und Equinor werden auf einer der gebürsteten Aluminiumtafeln als Spender verewigt.

„Ohne die ehren- und hauptamtlich tätigen Seenotretter der DGzRS wären Bau und Betrieb eines Offshore-Windparks wie ‚Arkona‘ nicht denkbar“, betonte Holger Matthiesen. Der Gesamtprojektleiter des Offshore-Windparks „Arkona“ der RWE Renewables International GmbH nutzte die Spendenübergabe auf der Fassmer-Werft in Berne-Motzen an der Unterweser, um die neue HAMBURG zu besichtigen. „Wenn unsere Mitarbeiter zu unseren Offshore-Anlagen rausfahren, ist es für sie ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass im Fall einer etwaigen Notlage die Seenotretter schnell zur Stelle sind. Wir von RWE Renewables wissen diese ständige Einsatzbereitschaft – getreu dem Motto der Seenotretter ‚rausfahren, wenn andere reinkommen‘ – zu schätzen und unterstützen mit unserer heutigen Spende sehr gerne die wichtige Arbeit der DGzRS.“

Der Windpark „Arkona“ in der Ostsee ist seit 2018 in Betrieb, verfügt über eine Leistung von 385 Megawatt (MW) und kann rechnerisch bis zu 400.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen. Basis für den Betrieb des Windparks ist der Fährhafen Sassnitz-Mukran auf Rügen – ganz in der Nähe der Station des Seenotrettungskreuzers HARRO KOEBKE der DGzRS.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/da...-ostsee-mit-10/


Quelle und Foto: www.seenotretter.de


Holger Matthiesen (r.), Gesamtprojektleiter des Offshore-Windparks „Arkona“ der RWE Renewables International GmbH, überreicht an Bord des im Bau befindlichen Seenotrettungskreuzers HAMBURG für die Station Borkum einen symbolischen Spendenscheck an DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler.

Angefügte Bilder:
csm_2019-10-21-RWE-Renewables_5e78be6aa4.jpg  
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31.10.2019 00:00
#802 Zwischenbilanz: Seenotretter für 3.200 Menschen auf Nord- und Ostsee im Einsatz Antworten

30.10.2019
Zwischenbilanz: Seenotretter für 3.200 Menschen auf Nord- und Ostsee im Einsatz

DGzRS-Bo(o)tschafter Bernd Flessner: „Respekt vor dieser Leistung!“ Seenotrettungskreuzer HAMBURG wird 2020 vor Elbphilharmonie getauft

Auf Nord- und Ostsee sind die Seenotretter allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 bereits fast 2.000 Mal im Einsatz gewesen. Die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben dabei 3.200 Menschen Hilfe geleistet. Allein mehr als 330 von ihnen wurden aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit. Seit Gründung der DGzRS vor 154 Jahren zählt die Statistik der Seenotretter mehr als 85.000 Gerettete. Die Modernisierung der Rettungsflotte schreitet voran. 2020 wird nach 35 Jahren wieder ein Seenotrettungskreuzer auf den Namen HAMBURG getauft. Er ist für die Station Borkum vorgesehen.

Wesentliche Unterstützung erfuhren die Seenotretter in den vergangenen Monaten durch ihren diesjährigen ehrenamtlichen Bo(o)tschafter, den Surfprofi Bernd Flessner. Der 16-fache Deutsche Meister im Windsurfen unterstützte das #TeamSeenotretter bei Medienterminen, Schiffstaufen und Rettungsübungen. Als gebürtiger Norderneyer kennt er die Seenotretter seit Kindertagen. Schon als Junge sammelte er Spenden für die DGzRS.

„Ich weiß, wie es ist, bei Sturm zu surfen. Aber mit einem Seenotrettungskreuzer bei jedem Wetter, bei Nacht oder im Nebel auszulaufen, um andere zu retten, ist eine ganz andere Nummer. Vor diesem freiwilligen Einsatz habe ich größten Respekt“, sagt Flessner. Sein Wort hat unter erfahrenen Windsurfern wie unter Nachwuchssportlern gleichermaßen Gewicht. Beim Surf World Cup auf Sylt im September war es ihm ein wichtiges Anliegen, eine Rettungsübung der Seenotretter vor dem Westerländer Strand zu kommentieren, um für die unabhängige, rein spendenfinanzierte Arbeit der DGzRS zu werben.

So gab Bernd Flessner jetzt in Hamburg die Einsatzzahlen für die ersten zehn Monate des Jahres 2019 bekannt. Die 60 Seenotrettungskreuzer und -boote sind bis einschließlich 24. Oktober in Nord- und Ostsee 1.979 Mal im Einsatz gewesen. Dabei haben sie 3.198 Menschen Hilfe geleistet. Allein 73 Menschen wurden aus Seenot gerettet und 259 weitere aus Gefahr befreit.

Im Frühjahr 2019 erlebte Bernd Flessner im Herzen Hamburgs auf dem Jungfernstieg die Kiellegung des neuen Seenotrettungskreuzers HAMBURG für die Station Borkum. Er fordert alle Hamburger und Hamburg-Freunde auf, sich an der Finanzierung zu beteiligen: „Mich begeistert, dass die Seenotretter ohne jegliche staatliche Gelder auskommen. Mit einer Spende für die HAMBURG kann jeder ganz unmittelbar dazu beitragen, dass sie auch in Zukunft genauso unabhängig rausfahren können, wenn andere reinkommen.“

Neue ehrenamtliche Bo(o)tschafterin 2020

Das Bo(o)tschafter-Ehrenamt übergibt Flessner an die Frau, die vor gut einem halben Jahr die künftige HAMBURG auf Kiel gelegt hat: die beliebte Moderatorin und Reporterin Anke Harnack. Die Rüganerin ist einem breiten Publikum aus dem NDR-Hörfunk und -Fernsehen bekannt. „In Hamburg fühle ich mich sehr wohl. Jetzt kann ich aktiv mithelfen, dass eine neue Rettungseinheit den Namen der Stadt tragen wird. Das ist eine tolle Aufgabe, an der sich Hamburger und Hamburg-Freunde sicher sehr gern beteiligen. Ich freue mich sehr, dass ich in dem Jahr, in dem die HAMBURG getauft wird, DGzRS-Bo(o)tschafterin sein darf.“

Harnack ist bereits die 21. Prominente, die das Bo(o)tschafter-Ehrenamt der Seenotretter übernimmt. Die Reihe begann im Jahr 2000 mit Liedermacher Reinhard Mey.

Taufen und Indienststellungen

Durchschnittlich 30 Jahre sind die Rettungseinheiten der DGzRS im harten Einsatz auf Nord- und Ostsee. Rein rechnerisch ergibt sich daraus der Bedarf, jährlich durchschnittlich zwei neue in Dienst zu stellen. Vor mehr als 25 Jahren standen die Seenotretter vor einer historischen Aufgabe: Nach der Wiedervereinigung galt es, die veraltete Technik in Mecklenburg-Vorpommern schnell zu modernisieren. Dies gelang innerhalb von nur vier Jahren, nicht zuletzt dank großartiger Unterstützung der treuen Förderer der Seenotretter.

Zwischen 1990 und 1994 hat die DGzRS 24 Neubauten in Dienst gestellt. Spätestens Anfang des kommenden Jahrzehnts müssen sie ersetzt werden. „Zweckgebundene Erbschaften versetzen uns in die Lage, für einige dieser Boote schon jetzt moderne Nachfolger zu bauen. Viele werden die Namen ihrer Spender tragen“, erläutert DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler.

2019 sind folgende Rettungseinheiten für Freiwilligen-Stationen getauft und in Dienst gestellt worden:

Seenotrettungsboot GERHARD ELSNER/Station Schilksee (10,1 Meter),
Seenotrettungsboot PETER HABIG/Station Wilhelmshaven (10,1 Meter),
Seenotrettungsboot MANFRED HESSDÖRFER/Station Breege (8,9 Meter),
Seenotrettungsboot WOLFGANG PAUL LORENZ/Station Horumersiel (10,1 Meter).

2020 erhalten die Freiwilligen-Stationen Puttgarden und Norddeich weitere neue 10,1-Meter-Seenotrettungsboote in bewährter Aluminium-Bauweise. Über die Stationierung eines dritten baugleichen Bootes ist noch nicht entschieden. In Auftrag gegeben haben die Seenotretter zudem kürzlich das dritte Seenotrettungsboot einer neuen 8,9-Meter-Klasse, abzuliefern ebenfalls 2020. Das aus sehr robustem Polyethylen bestehende Vollkunststoffboot ist bis zu 38 Knoten (ca. 70 km/h) schnell.

Zudem lässt die DGzRS erstmals ein eigenes Trainingsschiff bauen. Damit bereitet sie sich darauf vor, verstärkt Personal selbst auszubilden und zu trainieren, da es immer weniger deutsche Seeleute gibt. Das 22 Meter lange Schiff, das 2021 auf der Seenotretter-Akademie Neustadt in Holstein in Dienst gestellt werden soll, wird ausdrücklich keine Rettungseinheit, sondern ein konventioneller Verdränger mit Stahlrumpf. Mit ihm trainieren die Seenotretter künftig dezentral auf den Stationen an Nord- und Ostseeküste.

Neuer Seenotrettungskreuzer HAMBURG

Im Bau ist neben der HAMBURG ferner ein weiterer 28-Meter-Seenotrettungskreuzer mit Tochterboot für Grömitz, und ein dritter ist in Auftrag gegeben. Die für die westlichste DGzRS-Station bestimmte HAMBURG wird am 19. April 2020 an der Elbphilharmonie getauft. Damit würdigt die DGzRS die langjährige Verbundenheit der Hamburger mit den Seenotrettern. Rund 20.000 Hamburger unterstützen die DGzRS mit regelmäßigen Spenden, und knapp 900 Sammelschiffchen haben ihren „Liegeplatz“ in der Hansestadt an der Elbe. „Viele Schiffe, die von und nach Hamburg unterwegs sind, kommen vor unserer Insel vorbei, einige werden auch auf unsere Hilfe angewiesen sein. Wir freuen uns auf unseren neuen Seenotrettungskreuzer mit dem besonderen Namen HAMBURG“, sagt Michael Haack, 2. Vormann der Station Borkum.

Bewusst macht die DGzRS eine Ausnahme von ihrer traditionellen Regel, den Namen nicht vor der Taufe zu verraten: Alle Einwohner, aber auch alle Liebhaber Hamburgs sind dazu aufgerufen, sich am „Spendemanöver: HAMBURG wird Seenotretter!“ zu beteiligen. Das geht am einfachsten über die Aktionswebsite spendemanöver.de. „Viele Menschen werden der HAMBURG ihr Leben verdanken. Ich freue mich, dass Hamburg seinen Respekt vor der Arbeit der Seenotretter und seine Wertschätzung für das bürgerschaftliche Engagement zum Ausdruck bringen kann“, sagte der ehemalige Wirtschaftssenator Frank Horch. Der parteilose Politiker hat die Schirmherrschaft über das „Spendemanöver“ übernommen.

Seenotretter hoffen zum Jahresende auf Spendenbereitschaft der Bevölkerung

Zum Jahresende hoffen die Seenotretter auf die Spendenbereitschaft der Bevölkerung. In diesen Wochen wenden sie sich wieder verstärkt an die Öffentlichkeit, um über ihre Arbeit zu informieren, die Menschen im ganzen Land um Unterstützung zu bitten und neue Förderer zu gewinnen. Sie sind auf die Unterstützung der breiten Bevölkerung angewiesen.

Rund 5.000 Plakate hängen an publikumsintensiven Plätzen in rund 300 Orten. Auf großformatigen Bildern ist das Seenotretter-Motto „Ohne Deine Spende geht’s nicht“ zu lesen. Die Buchstaben vervollständigen sinnbildlich einen halben Seenotrettungskreuzer in stürmischer See. Die Flächen dafür hat die awk Außenwerbung GmbH kostenlos zur Verfügung gestellt.



Anhang: Einsatzzahlen im Detail

Vom 1. Januar bis 24. Oktober 2019 haben die Besatzungen der rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote in Nord- und Ostsee bei insgesamt 1.979 Einsätzen (Januar bis Oktober 2018: 2.037 Einsätze) 3.200 Menschen Hilfe geleistet. Im Einzelnen haben sie

73 (37) Menschen aus Seenot gerettet,
259 (307) Menschen aus drohender Gefahr befreit,
292 (298) Mal erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert,
51 (52) Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt,
864 (990) Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
561 (595) Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.

In vielen Fällen griffen die Seenotretter frühzeitig ein und begrenzten so Schäden bereits im Vorfeld. Zudem sind sie 2.263 Mal in ihren Revieren zwischen Borkum im Westen und Ueckermünde im Osten auf Kontrollfahrt gegangen.

Seit ihrer Gründung am 29. Mai 1865 hat die DGzRS bis Ende Oktober 2018 insgesamt 85.215 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahrensituationen auf See befreit. Das entspricht in etwa der gesamten Bevölkerung der Städte Gießen (Hessen), Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg), Lünen (Nordrhein-Westfalen) oder Flensburg (Schleswig-Holstein).

Die Einsatzzahlen verteilen sich auf die einzelnen Küsten wie folgt:

Niedersächsische Nordseeküste
Die Besatzungen der an der niedersächsischen Küste stationierten Seenotrettungskreuzer und -boote haben bei 555 (560) Einsätzen 795 Menschen geholfen. Davon wurden 21 (7) Menschen aus Seenot gerettet und 68 (46) weitere aus Gefahrensituationen befreit.

Schleswig-Holsteinische Nordseeküste
Die Seenotretter der Stationen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste waren 193 (206) Mal im Einsatz und halfen 289 Menschen. Davon wurden 3 (8) Menschen aus Seenot gerettet und 33 (6) weitere aus Gefahrensituationen befreit.

Schleswig-Holsteinische Ostseeküste
An der Ostseeküste Schleswig-Holsteins waren die Seenotretter 731 (733) Mal im Einsatz für 1.106 Menschen. Sie retteten 27 (18) Menschen aus Seenot und befreiten weitere 59 (123) aus Gefahrensituationen.

Mecklenburg-Vorpommersche Ostseeküste
In Mecklenburg-Vorpommern waren die Seenotretter zu 500 (538) Einsatzfahrten unterwegs. Sie retteten 22 (4) Menschen aus Seenot und befreiten weitere 99 (132) aus Gefahrensituationen.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...see-im-einsatz/


Quelle und Foto: www.seenotretter.de


Herbsteinsatzbilanz der Seenotretter mit Sammelschiffchen vor der Elbphilharmonie (v. l. n. r.): Horst Neumann (wurde 2019 von den Seenotrettern gerettet), der 2. Vormann der künftigen HAMBURG Michael Haack, Hamburgs Wirtschaftssenator a. D. Frank Horch (parteilos), Moderatorin und Reporterin Anke Harnack, DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler, Bo(o)tschafter Bernd Flessner

Angefügte Bilder:
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13.11.2019 00:00
#803 Hochseesegler spenden rund 5.900 Euro Antworten

07.11.2019
Hochseesegler spenden rund 5.900 Euro

Einmal im Jahr treffen sich die deutschen Hochseesegler in Bremen im Rathaus der Hansestadt zum Hochseeseglerabend. Dort ehren sie ihre Besten, tauschen sich über die zurückliegenden zwölf Monate aus und sammeln für die Seenotretter.

Rund 350 Hochseesegler sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport und Verwaltung begrüßte die ausrichtende Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ (SKWB) am 2. November zur 83. Auflage der traditionellen Veranstaltung. Unmittelbar nach dem Ende der aktiven Segelsaison gab es nicht nur viel Gesprächsstoff untereinander, sondern auch die eine oder andere ausländische Münze im Portemonnaie, die gespendet werden konnte. So lagen in der Spendenkasse neben 5.882,23 Euro eine Schwedische Krone und einige Britische Pfund. Die Seenotretter bedanken sich ganz herzlich für die alljährliche, großzügige Unterstützung durch die Hochseesegler!

Sie wollen die Seenotretter auch unterstützen? Dann spenden Sie online oder per Überweisung auf unser Spendenkonto: Sparkasse Bremen, BIC: SBREDE22, IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/da...rund-5900-euro/


Quelle: www.seenotretter.de


Beim 83. Hochseeseglerabend im Bremer Rathaus spenden die rund 350 Gäste fast 5.900 Euro an die Seenotretter. Foto: SKWB

Angefügte Bilder:
2019-11-07-Hochseeseglerabend_-Foto-SKWB.jpg  
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13.11.2019 00:11
#804 Seenotretter sein gehört für Wilhelm Jacobs einfach dazu Antworten

11.11.2019
Seenotretter sein gehört für Wilhelm Jacobs einfach dazu

Seit 50 Jahren ist Wilhelm Jacobs freiwilliger Seenotretter im idyllischen Neuharlingersiel. Genau genommen sogar noch ein paar Jährchen länger, aber der damalige Vormann Heinrich Steffens hatte den heute 69-Jährigen erst mit 18 Jahren offiziell in der Zentrale der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen als Rettungsmann angemeldet.

Es ist ruhig an diesem Morgen im malerischen Hafen von Neuharlingersiel. Nur einige Möwen kreischen und jagen sich gegenseitig das Futter ab. Fischkutter dümpeln an der Pier. Ein paar Menschen sind unterwegs, zumeist Einheimische wie Wilhelm Jacobs. Er steht auf der „Gorch Fock“, seinem Kutter. Sein Blick geht in Richtung See, zum Wattenmeer vor dem ostfriesischen Fischerort. Der 69-Jährige kennt jeden Priel, jede Sandbank, jede Untiefe. Er weiß aber auch, wie Ebbe und Flut am Watt nagen, es verändern, Wasserläufe verlegen und Fahrrinnen verschieben. Nichts was gestern war, muss heute noch Bestand haben.

Nahezu täglich ist „Willi Gorch Fock“ draußen auf der Nordsee. Früher als Fischer, heute als Gästeführer. Seit vielen Jahren zeigt er den Urlaubern mit seinem Fischkutter die einzigartige Naturlandschaft, erzählt ihnen von Schiffsunglücken und Rettungstaten. Wilhelm Jacobs kennt viele Geschichten, manche hat er als Seemann oder Seenotretter selbst erlebt, manche hörte er von seinem Vater oder Großvater. Seit vielen Generationen lebt und arbeitet seine Familie in Neuharlingersiel. Dort ist er zu Hause, Ostfriesland ist seine Heimat.

Direkt am Hafen ist Wilhelm Jacobs aufgewachsen – lediglich einen Steinwurf vom ehemaligen Rettungsschuppen der Seenotretter entfernt, der Anfang der 1960er Jahre dem Hafenumbau weichen musste. Dort war sein Spielplatz, genau wie es das nahe gelegene Wattenmeer war, seine Kindheit an der See prägte ihn. Von klein auf an sah er die Seenotretter rausfahren. Sah, wie das zehn Meter lange Motorrettungsboot ULRICH STEFFENS (III) über die Slipanlage ins Wasser rauschte, wenn wieder jemand auf See Hilfe brauchte. Einer aus der Familie Jacobs ist fast immer an Bord der Rettungsboote, ab den 1960er Jahren auch Wilhelm Jacobs.

„Angst darfst du nicht haben“

Wie andere Familien im Ort stellen sich die Jacobs’ seit den Anfangstagen der DGzRS in Neuharlingersiel in den Dienst der Allgemeinheit. Die Familie ist fest mit dem Rettungswerk verbunden, mit der Gesellschaft, wie sie im Ort – und an vielen Orten der Küste – einfach sagen. Und auch für Wilhelm Jacobs gehört es einfach dazu, freiwilliger Seenotretter zu sein: eine Selbstverständlichkeit, über die er nicht viele Worte verliert. „Ich möchte anderen Menschen helfen, die auf See in Not sind“, sagt er bescheiden. Er will kein Held sein, sich nicht mit seinem Ehrenamt schmücken, er macht einfach seinen Job als Seenotretter – und das seit 50 Jahren.

Als Fischer und Seemann weiß Wilhelm Jacobs um die Gefahren auf See. Er hat Respekt vor den Naturgewalten. Aber: „Angst darfst du nicht haben, sonst darfst du nicht in die Seefahrt gehen.“ Er hat Gottvertrauen. Er vertraut seinem Schiff, der „Gorch Fock“, und noch mehr den Seenotrettungsbooten, mit denen er viel erlebt hat. In den 1960er Jahren ist er noch mit dem Motorrettungsboot ULRICH STEFFENS (III) rausgefahren, das heute im Rettungsschuppen am Hafen ausgestellt ist. Bei längeren Nachtfahrten brach schon mal der Funkkontakt zur SEENOTLEITUNG in Bremen ab, die Seenotretter waren ganz auf sich allein gestellt. „Ein Kollege fummelte dann solange mit dem Schraubenzieher am Funkgerät rum, bis wir wieder eine Verbindung zur Zentrale hatten“, erinnert sich Jacobs und schmunzelt. Das waren noch ganz andere Zeiten als heute.

In seinen 50 Jahren als Seenotretter war Wilhelm Jacobs bei ungezählten Einsätzen dabei. Manche hat er schnell wieder vergessen, manche sind ihm im Gedächtnis geblieben wie eine festgekommene Segelyacht. „Sie wäre gesunken, wenn wir nur wenige Minuten später gekommen wären“, sagt er. Und was wäre dann mit der Besatzung passiert? Er schweigt für einen Moment. Dann sagt er: „Wir waren gerade noch rechtzeitig da.“

Sie wollen die Seenotretter auch unterstützen? Dann spenden Sie online oder per Überweisung auf unser Spendenkonto: Sparkasse Bremen, BIC: SBREDE22, IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...s-einfach-dazu/


Quelle: www.seenotretter.de


Wilhelm Jacobs ist seit 50 Jahren freiwilliger Seenotretter in Neuharlingersiel. Foto: Die Seenotretter – DGzRS/Jörg Sarbach

Mit dem Seenotrettungsboot NEUHARLINGERSIEL fährt Wilhelm Jacobs in den Einsatz – Kurs: Menschenleben retten. Foto: Die Seenotretter – DGzRS/Martin Stöver

Angefügte Bilder:
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13.11.2019 00:11
#805 Eine ganz besondere Fracht der Spedition Emons Antworten

12.11.2019
Eine ganz besondere Fracht der Spedition Emons

Im Alltag befördert die Spedition Emons am Standort Bremen verschiedenste Güter über den See- oder Luftweg. Am 11. November genügte Niederlassungsleiter Wolfgang Möller und seinem Kollegen Christian Adler ein Pkw für den Transport einer ganz besonderen Fracht: Im Auto hatten sie einen symbolischen Spendenscheck verstaut, den sie persönlich in der Seenotretter-Zentrale an die Besatzung der EUGEN übergaben.

Ausgelöst hatte die Lieferung Xenia von Weyhe: Bei einer Familienfeier mit mehreren runden Geburtstagen hatte Wolfgang Möllers Stellvertreterin für die DGzRS gesammelt. In der Firma erzählte sie ihrem Chef genau im richtigen Moment von dem ausgesprochen netten Kontakt mit den Seenotrettern. Der Niederlassungsleiter überlegte gerade, welche gemeinnützige Organisation in diesem Jahr die Weihnachtsspende der Spedition Emons mit Hauptsitz in Köln bekommen sollte.

„Jedes Jahr darf eine andere Niederlassung entscheiden, wer der Spendenempfänger sein soll – 2019 waren wir an der Reihe. Als mir meine Kollegin von der DGzRS erzählte, war für mich sofort klar: Die Seenotretter erhalten die 3.500 Euro, das Geld sollte in Bremen bleiben“, sagte Wolfgang Möller bei der Spendenübergabe in der Seenotretter-Zentrale an der Weser.

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https://www.seenotretter.de/aktuelles/da...pedition-emons/


Quelle und Foto: www.seenotretter.de


Turnusgemäße Werftzeit mit Spendenübergabe: Auf der EUGEN übergeben Emons-Mitarbeiter Christian Adler (2. v. l.) und Wolfgang Möller (2. v. r.) den symbolischen Scheck an Seenotretter Norbert Schwoch (l.) und Vormann Peter Henning.

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13.11.2019 21:00
#806  Das Simulatorzentrum - Rettung Schiffbrüchiger an Land Antworten

13.11.2019
Das Simulatorzentrum - Rettung Schiffbrüchiger an Land

Der Regen prasselt beständig auf das Deck der ARKONA. Die Sichtweite beträgt an diesem frühen Augustmorgen nur wenige Seemeilen. Im Inneren quäkt es ununterbrochen aus den Funkgeräten: „Die ,Datteln‘ für die ARKONA“, „Sollen wir die Position halten?“, „Hier die ‚Peter Pan‘, wir bieten unsere Hilfe an“. Nils Heitmann, Matthias Wegner und Michael Preuß stehen auf der Brücke des Seenotrettungskreuzers. Sie kommen kaum hinterher, auf jeden Funkspruch zu reagieren. Gleichzeitig müssen sie die Suche nach dem vermissten Motorboot „Anna“ und seiner fünfköpfigen Besatzung in der Flensburger Außenförde koordinieren. Die SEENOTLEITUNG BREMEN hat ihnen die Aufgabe des On-Scene-Coordinators (OSC) übertragen. Sie leiten den Einsatz vor Ort – zumindest virtuell.

Nils Heitmann schaut auf die elektronische Seekarte vor ihm. Dort wird das errechnete Suchgebiet angezeigt. Matthias Wegner spricht mit der SEENOTLEITUNG: Wrackteile der „Anna“ sind gefunden worden. Michael Preuß hält die ARKONA auf Kurs. Trotz der angespannten Atmosphäre und der verschärften Notlage der Vermissten bleiben die drei zumindest äußerlich ruhig und gelassen – genauso wie der Seenotrettungskreuzer. Die Wellen der Ostsee lassen ihn nicht schaukeln, er schwankt nicht, er rollt nicht. Wie sollte er auch: Die drei Männer stehen in einer Kabine des Simulatorzentrums in der Seenotretter-Zentrale in Bremen – unter ihren Füßen ist Beton statt Aluminium. Nils Heitmann, Matthias Wegner und Michael Preuß nehmen an einem OSC-Lehrgang teil.

„Heute üben wir vor allem die Kommunikationen zwischen der SEENOTLEITUNG und dem OSC sowie zwischen der ARKONA und den an der Suche beteiligten Schiffen. Außerdem trainieren wir bestimmte Suchverfahren und schauen, ob die vorhandenen Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden“, sagt Rolf Detlefsen.

Der Leiter des Simulatorzentrums der Seenotretter-Akademie sitzt gemeinsam mit drei Trainern im sogenannten Instruktorenraum. Von dort aus steuern sie die Übung, kontrollieren die Umgebungsparameter und können jederzeit die Lage verschärfen. „Jedes Szenario können wir exakt zuschneiden, ständig reproduzieren und für die Nachbesprechung aufzeichnen. Wir erstellen im Vorfeld lediglich eine Ausgangslage, die wir je nach Bedarf und Verlauf unterschiedlich weiterführen können – ein Regiebuch gibt es nicht“, erläutert Rolf Detlefsen.

In der Zwischenzeit überlegen Heitmann, Wegner und Preuß, wie sie auf die veränderte Situation reagieren sollen. Dabei verfolgen sie weiterhin konzentriert und aufmerksam den Funk. Es geht jetzt darum, fünf Schiffbrüchige zu finden – der Notfall hat sich dramatisch zugespitzt. Sie ziehen die vorhandenen Einheiten zusammen und weisen sie an, einen Suchverband mit jeweils einem Kabel (ein Zehntel einer Seemeile, rund 185 Meter) Abstand zu bilden. Sie geben per Funk über einen gemeinsamen genutzten Arbeitskanal die exakten Koordinaten an die anderen Schiffe weiter.

Für Nils Heitmann und Matthias Wegner ist die heutige Übungsaufgabe nicht alltäglich: Heitmann arbeitet bei der Wasserschutzpolizei Bremen und Wegner bei der Fliegerstaffel der Bundespolizei in Fuhlendorf. Dagegen hat Michael Preuß eine solche Situation als Seenotretter auf dem Seenotrettungskreuzer BREMEN bereits selbst erlebt. Von der Station im Hafen Großenbrode müssen er und seine Kollegen oft genug auslaufen, um Vermisste zu suchen.

In den anderen Kabinen setzen die übrigen Lehrgangsteilnehmer die Vorgaben des OSC um und fahren die Suchmuster ab. Insgesamt gibt es im Simulatorzentrum drei Kabinen mit Großbildschirmen sowie den entsprechenden Navigations- und Kommunikationsanlagen, Fahrhebel und Rudergeber einer Schiffsbrücke, zwei variable Kabinen, in denen Rettungsleitstellen, Schiffe oder Hubschrauber dargestellt werden können, sowie eine Übungsseenotleitung. Hinzu kommen zwei mobile Einheiten (Mobile Operation Station, MOS), die die Seenotretter auf wechselnden Station einsetzten können und eine fest installierte Kabine im Trainingszentrum der Seenotretter-Akademie in Neustadt i. H., die sich als Satelliten einbeziehen lassen.

„Dank der umfangreichen, netzwerkfähigen Ausstattung können wir nicht nur vielfältige Lerninhalte anbieten, sondern im Vergleich zu anderen Simulatoren auch Rettungsleitstellen Land und See abbilden – und das alles sehr kostengünstig sowie ohne Gefahr für Mensch und Material“, sagt Rolf Detlefsen. Im Jahr trainieren bei rund 30 Lehrgängen mehr als 300 Seenotretter und externe Teilnehmer im Simulatorzentrum. Außer den verschiedenen OSC-Lehrgängen bietet die DGzRS unter anderem SAR-Grundlagenschulungen für freiwillige Seenotretter, Kurse zu Kollisionsverhütungsregeln und Radarseminare für das Fahren bei verminderter Sicht an.

„Eine Übung auf See können wir hier nicht ersetzen“, betont Rolf Detlefsen. „Sicherheit und Seemannschaft, handwerkliche Fähigkeiten wie Schleppverbindungen herstellen, das Versorgen Verletzter oder die Rettung Schiffbrüchiger lassen sich ausschließlich auf See trainieren.“ Und so endet auch für Nils Heitmann, Matthias Wegner und Michael Preuß die Übung, als die Schiffbrüchigen gesichtet worden sind.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...chiger-an-land/


Quelle und Fotos: www.seenotretter.de


Hier geht's rein: Das Simulatorzentrum gehört zur Seenotretter-Akademie der DGzS. Es ist nach einem Spender benannt, der den größten Teil der Ausstattung wie Möbel, Klimaanlage und Elektroinstallation finanziert hat.

Bei einem anderen Lehrgang üben Maike Schaft, Uwe Boltes, Timo Wieck (r.) im Simulatorzentrum unter anderem die Kommunikation bei größeren Suchen.

Fast wie auf einer Brücke sieht es in der Übungskabine aus.

Angefügte Bilder:
Simulatorzentrum_01.jpg   19-02-14-Simulatorzentrum-1.jpg   19-02-14-Simulatorzentrum-B.jpg  
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15.11.2019 00:44
#807 Vom Kraftfahrer zum Seenotretter Antworten

14.11.2019
Vom Kraftfahrer zum Seenotretter

Karl-Heinz Priebe (68) und Christian Levien (39) haben einige Dinge gemeinsam: Beide fingen als Kraftfahrer der Zugmaschine des Trailers auf der Freiwilligen-Station Wustrow an, bald fuhren sie als Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auch raus auf See, um dort Menschen in Not zu helfen. Beide sind in dem alten Fischerdorf aufgewachsen. Sie sind Küstenkinder, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Ort engagieren. Karl-Heinz Priebe ist seit 35 Jahren freiwilliger Seenotretter, ein Vierteljahrhundert lang führte er als Vormann die DGzRS-Station. Zum 1. November hat er die Leitung an seinen Nachfolger Christian Levien übergeben.

„Irgendwann musst du loslassen und die Verantwortung in jüngere Hände geben“, sagt Karl-Heinz Priebe. Der 68-Jährige ist fast sein halbes Leben lang freiwilliger Seenotretter, allein 25 Jahre war er Vormann der Station Wustrow. Nach einer solch langen Zeit fiel ihm der Schritt zurück in die zweite Reihe verständlicherweise schwer, ist er doch mit der Station und seinem Ehrenamt fest verwachsen. So ganz geht er dann auch nicht: „Ich bleibe als Rettungsmann dabei, solange es meine Gesundheit zulässt und meine Hilfe benötigt wird.“ Und selbstverständlich stehe er seinem Nachfolger jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. „Es soll eine vernünftige Übergabe sein“, betont er. Das ist ihm wichtig, der Wechsel soll so reibungslos wie möglich ablaufen.

Karl-Heinz Priebe stieg 1984 bei den Seenotrettern in Wustrow ein, einer Rettungsstation mit langer Tradition: Sie existiert bereits seit 1847 und gehört zu den ältesten an der deutschen Ostsee. Obwohl die DDR den Seenotrettungsdienst zwischenzeitlich staatlich organisiert hatte, waren zwischen Poel und Ueckermünde auch in dieser Zeit weiterhin überwiegend Freiwillige wie Karl-Heinz Priebe im Einsatz. „Der damalige Vormann fragte mich, ob ich als Kraftfahrer mitmachen wolle.“ Er stimmte sich mit seiner Frau ab und sagte zu.

Lkw-Fahrer waren in Wustrow schon in den 1980er Jahren zu DDR-Zeiten gesucht: Die Besatzung transportierte damals genauso wie heute an der schmalsten Stelle der Halbinsel Fischland ihre Rettungseinheit mit einer Zugmaschine und einem Trailer zum Strand der offenen Ostsee oder des rückwärtigen Saaler Boddens. So saß der Sohn eines Fischers zunächst am Lenkrad des Vielzweck-Lastkraftwagens „W 50“ und brachte seine Kollegen zum Ufer. Bald wechselte er den Platz: Er fuhr mit raus auf See, um Menschenleben zu retten.

Ein Dankeschön motiviert

In seinen 35 Jahren als freiwilliger Seenotretter hat Karl-Heinz Priebe viel erlebt, das eine Ereignis hat sich dabei nicht in seinem Gedächtnis festgesetzt. Vielmehr sind es die vielen kleinen Gesten der Geretteten, das ausgesprochene Danke oder der warme Händedruck, die in Erinnerung bleiben. „Mich hat es in all den Jahren immer wieder glücklich gemacht, wenn wir jemanden retten konnten.“ Auch für seinen Nachfolger Christian Levien sind das die Momente, die bleiben, die ihn antreiben, seine knapp bemessene Freizeit für die Seenotretter einzusetzen.

Wie Karl-Heinz Priebe ist Christian Levien in Wustrow aufgewachsen, seit Kindesbeinen kennt der heute 39-Jährige den Geruch von Seeluft. Genauso wie sein Vorgänger warb ihn der amtierende Vormann der DGzRS-Station an: „Karl-Heinz Priebe fragte mich, ob ich nicht als Lkw-Fahrer bei den Seenotrettern mitmachen will.“ Ja, er wollte. Das war 2004. Am Anfang steuerte er den Unimog und zog mit ihm den Trailer samt BARSCH vom historischen Rettungsschuppen zum Strand. Die BARSCH ist eines von drei sogenannten Boddenbooten, die sowohl für die flachen Boddengewässer als auch für die offene See konstruiert sind. Das Gespann ist den geografischen Gegebenheiten der Halbinsel optimal angepasst.

Irgendwann wollte Christian Levien mehr als immer nur vom Rettungsschuppen zum Strand und zurückfahren. Der gelernte Maurer wollte mit raus auf die Ostsee, auf den Saaler Bodden. Nicht nur bei Kaiserwetter, sondern auch wenn Sturm die See zu hohen Wellen auftürmt, die das sieben Meter lange Seenotrettungsboot so richtig durchschütteln. Immer mit dem Ziel: Menschen aus gefährlichen oder gar lebensbedrohlichen Situationen zu befreien.

Als Vormann eines gut ausgebildeten und jungen Teams will Christian Levien die ausgezeichnete Arbeit seines Vorgängers fortführen, neue Akzente setzen und die moderne Technik in Schuss halten. Eine weitere Aufgabe von Christian Levien wird sein, Nachwuchs für die selbstlose Arbeit der Seenotretter zu gewinnen. Und vielleicht ist unter ihnen ein Lkw-Fahrer, der später wie Karl-Heinz Priebe und er ebenfalls Vormann wird.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...m-seenotretter/


Quelle: www.seenotretter.de


Verschmitzter Blick durch ein leicht geöffnetes Tor des Rettungsschuppens der Seenotretter in Wustrow: Christian Levien (l.) hat Karl-Heinz Priebe als freiwilligen Vormann der DGzRS-Station abgelöst. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Mit dem Unimog bringen die freiwilligen Seenotretter das Seenotrettungsboot BARSCH vom Rettungsschuppen in Wustrow zum Ufer.

Angefügte Bilder:
csm_2019-11-14-Vormannswechsel-in-Wustrow_0c3830895d.jpg   csm_2019-11-14_Vormannswechsel_in_Wustrow__2__ee80c1b7c9.jpg  
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16.11.2019 00:00
#808 Wie Sie uns helfen. Antworten
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19.11.2019 01:21
#809 Traumjob Seenotretter: Markus Davids ist neuer Vormann in Grömitz Antworten

18.11.2019
Traumjob Seenotretter: Markus Davids ist neuer Vormann in Grömitz

Die Station Grömitz der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat seit Mitte Oktober einen neuen Vormann: Markus Davids (49) ist Nachfolger von Guido Förster (54), der zur Seenotretter-Akademie in Neustadt in Holstein gewechselt ist.

Seit 1994 ist Guido Förster bei der DGzRS, davon war er allein 13 Jahre lang Vormann der Station Grömitz. Bevor er bei den Seenotrettern anheuerte, fuhr er mit großen Frachtschiffen Tausende von Containern um die Welt. Schnell merkte er, dass er diesen Job nicht sein ganzes Leben machen wollte – zu eintönig, wenig erfüllend. Es war nicht das Richtige für ihn. Das fand er schließlich bei der DGzRS: „Für mich war es von Anfang an eine absolut sinnvolle und abwechslungsreiche Arbeit an einem Traumliegeplatz“, erinnert sich Guido Förster.

Dennoch war es jetzt nach 25 Jahren Zeit für etwas Neues bei den Seenotrettern: „Ich habe immer sehr gerne die neuen Kollegen an Bord ausgebildet, ihnen das Seenotretter-Handwerk beigebracht – das hat mir am besten gefallen“, sagt Guido Förster. Deshalb ging er Mitte Oktober von Bord des Seenotrettungskreuzers HANS HACKMACK und wechselte an Land zur Seenotretter-Akademie im nahen Neustadt in Holstein. Dort ist er zukünftig im Trainingszentrum der DGzRS tätig. Sein Spezialgebiet: Schiffssicherheit.

Försters Nachfolger auf der Station Grömitz ist Seemann durch und durch. Markus Davids war lange selbstständiger Fischer in Maasholm. Er kennt sich da draußen aus, weiß wie ungemütlich sich ruppige Ostsee anfühlt, wenn Wellen über das eigene Schiff schlagen. Es geht nicht immer gut: Einmal war er bei einer Fangreise selbst auf die Hilfe der Seenotretter angewiesen. Seitdem wollte er auch dabei sein: Menschen retten, in dankbare Augen blicken.

2015 war es endlich soweit: Seitdem arbeitet Markus Davids in seinem Traumjob. „Es gibt nichts Schöneres als Seenotretter zu sein, es ist wie ein Sechser im Lotto“, sagt er und strahlt über das ganze Gesicht. In seine neue Rolle als Vormann muss er sich noch ein wenig „reinfuchsen“, wie er es ausdrückt. Als Stationsleiter ist er ab sofort für alles verantwortlich, zusätzliche Aufgaben sind hinzugekommen. Das Wichtigste aber bleibt: „Ich möchte von einem Einsatz stets meine Kollegen und die Geretteten heil nach Hause bringen.“

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...nn-in-groemitz/


Quelle und Foto: www.seenotretter.de


Vormannswechsel auf der DGzRS-Station Grömitz: Markus Davids (6. v. r.) ist Nachfolger von Guido Förster (5. v. r.).

Angefügte Bilder:
2019-11-18-Vormannwechsel-auf-der-DGzRS-Station-Groemitz.jpg  
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20.11.2019 04:44
#810 Seenotrettungsboot auf Kiel gelegt Antworten

19.11.2019
Seenotrettungsboot auf Kiel gelegt

Edeltraut Koschubs hat in ihrem langen Leben schon viel erlebt – eine Kiellegung einer neuen Rettungseinheit der Seenotretter gehört zu den großen Besonderheiten in ihrem reichen Erfahrungsschatz. Die 76-Jährige legte am Dienstag, 19. November, in Rostock auf der Werft Tamsen Maritim das jüngste Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf Kiel. Mit einer sehr großzügigen Schenkung ermöglicht die Hamburgerin den 10,1-Meter-Neubau.


Edeltraut Koschubs ist es sehr wichtig, einen Teil ihres Vermögens bereits zu Lebzeiten für einen sinnvollen Zweck einzusetzen. Diesen hat sie bei den Seenotrettern gefunden: „Bei der DGzRS wird mein Geld gut verwendet. Es hilft mit, Menschenleben zu retten – das ergibt Sinn!“ Die kinderlose Witwe kann sehen und fühlen, was mit ihrer außerordentlich großen Schenkung passiert. Sie kann das neue Seenotrettungsboot anfassen und später über seine Einsätze auf See lesen. Die DGzRS hat sie über ihren vor einem Jahr verstorbenen Ehemann Erich Koschubs kennengelernt: „Er ist mit seinem Boot auf der Ostsee gefahren, es war sein Hobby.“ Und: Als Wassersportler war er Spender der Seenotretter.

Der Neubau wird einen Namen nach Edeltraut Koschubs Wünschen tragen – welchen genau, das verraten die Seenotretter traditionell erst bei der Taufe. „Wir sind Edeltraut Koschubs sehr dankbar. Ihre sehr großzügige Schenkung versetzt uns in die Lage, den Neubau vollständig zu finanzieren“, sagt DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler.

Edeltraut Koschubs folgte einer Schiffbautradition und legte auf der Werft Tamsen Maritim an der Warnow eine glückbringende Münze in eine Sektion des neuen Seenotrettungsbootes mit der internen Bezeichnung SRB 80 ein. Die Zehn-Euro-Gedenkmünze „650 Jahre Städtehanse“ der Bundesrepublik Deutschland mit dem Motiv einer Hansekogge soll Schiffbauern und Seenotrettern Sicherheit, Glück und Gesundheit verheißen. Während früher ein Geldstück unter dem Kiel lag und in der Bauzeit durch das ansteigende Gewicht plattgedrückt wurde, findet es bei heutiger Bauweise „kieloben“ Platz in einer speziellen Öffnung an einem Bauteil.

Die Gedenkmünze verbindet zudem vier maßgebliche Orte miteinander: Bremen, Hamburg, Lübeck und Rostock – alles Hansestädte. In Bremen liegt die Zentrale der Seenotretter, in Hamburg lebt die Spenderin, in Rostock wird das Spezialschiff gebaut und in Lübeck-Travemünde wird es stationiert. Das neue 10,1-Meter-Seenotrettungsboot soll voraussichtlich im Herbst 2020 auf der Freiwilligen-Station Travemünde die HANS INGWERSEN ersetzen. Die 9,5 Meter lange Einheit wird zukünftig als Springer auf wechselnden Station an Nord- und Ostsee im Einsatz sein.

Turnusgemäße Modernisierung der Rettungsflotte

Das neue Seenotrettungsboot ist das vorerst letzte, von insgesamt 14 beauftragten Neubauten des gleichen Typs. Diese modernen Spezialschiffe ersetzen im Zuge der turnusgemäßen Modernisierung der Rettungsflotte ältere Einheiten. Es handelt sich um modifizierte Nachbauten der bewährten 9,5-/10,1-Meter-Klasse. Diese Klasse umfasst heute bereits 30 Einheiten, die auf verschiedenen Werften entstanden sind. Gefahren werden alle von Freiwilligen-Besatzungen. Mehr als 800 der rund 1.000 Seenotretter an Nord- und Ostseeküste sind freiwillige Seenotretter.

Die Eckdaten der neuen Seenotrettungsboote:

• Länge über Alles: 10,1 Meter

• Breite über Alles: 3,61 Meter

• Tiefgang: 0,96 Meter

• Verdrängung: 8 Tonnen

• Geschwindigkeit: 18 Knoten (ca. 33 km/h)

• Besatzung: Freiwillige

• Antrieb: ein Propeller, 380 PS

Wie alle Einheiten der Seenotretter werden die neuen Seenotrettungsboote als Selbstaufrichter konstruiert und vollständig aus Aluminium im bewährten Netzspantensystem gebaut. Der Bootstyp zeichnet sich durch hohe Seetüchtigkeit aus. In Grundsee und Brandung besitzt er gute See-Eigenschaften, manövriert einwandfrei, übersteht heftige Grundstöße und ist in der Lage, dank des rundumlaufenden Fendersystems auch bei höheren Fahrtstufen und unter erschwerten Bedingungen bei Havaristen längsseits zu gehen.

Bei der Konstruktion wurden umfassende Sicherheitskriterien berücksichtigt. Die neuen Seenotrettungsboote werden mit modernster Navigationstechnik, leistungsstarken Schlepp- und Lenzgeschirren sowie einer umfangreichen Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung ausgestattet.

Im Werft-Tagebuch auf der Internetseite der Seenotretter ist der Bau der neuen Rettungseinheiten zu verfolgen. Regelmäßig gibt es aktuelle Fotos unter www.seenotretter.de/werfttagebuch.

https://www.seenotretter.de/aktuelles/ne...uf-kiel-gelegt/


Quelle und Foto: www.seenotretter.de


Bereit für seinen ersten großen Moment: das Seenotrettungsboot SRB 80.

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